Pressemitteilung AK Versammlungsfreiheit

  • Für den Erhalt von Mahnwachen
  • Für Zelte bei Mahnwachen
  • Gegen fragwürdige Deals des Ordnungsamtes
  • Gegen die Willkür des Ordnungsamtes bei Anmeldungen von Mahnwachen

Wir , Die Internationale Föderation Iranischer Flüchtlinge (Flüchtlingsmahnwache), Occupyfrankfurt ( Mahnwache vor der EZB), Mesopotamischer Kulturverein (Kurdenmahnwache)

haben uns zusammengeschlossen, um gegen die in jüngster Zeit immer weiter gehende Einschränkung des Versammlungsrechts vorzugehen.

Wir können nicht zulassen, daß in diesen Zeiten, in denen die Krisenlasten zunehmend auf der Bevölkerung abgeladen werden, die Möglickeiten des Protests dagegen, immer weiter beschnitten werden.

Die neuesten Angriffe richten sich gegen die Protestform Mahnwache.

In der letzten Verfügung des Ordnungsamtes zu einer Occupymahnwache heißt es: “Der Aufbau und die Nutzung von Pavillions, Zelten, Info-(Tischen), Sitzgelegenhieten ( Bänke, Stühlen), elektrischer Beleuchtung ( z.B. Lichterketten, sonstige Lampen ), (Wärme)Aggregat und sonstigen zum Wohnen und Campieren zu nutzenden Gegenständen auf dem Willy-Brandt Platz werden untersagt. “

Alle Demonstrationsmittel, die zur Durchführung einer Mahnwache notwendig sind, werden als Mittel zum Wohnen und Campieren hingestellt und verboten.

Das ist ein radikaler Einschnitt in das Versammlungsrecht.

Wir wenden uns mit Entschiedenheit gegen dieses Verbot von Mahnwachen.

Gegen fragwürdige Deals des Ordnungsamtes mit Helfeshelfern in der Occupybewegung

Es kann nicht sein, daß das Ordnungsamt Deals mit seinen Helfern in der Occupybewegung macht, die an die Bedingung der Verhinderung anderer Occupymahnwachen geknüpft sind.

Herr Frank verkündete am 15.11. im Stadtparlament, daß er einen Deal mit Herrn Novak Petrovics abgeschlossen hätte, daß ab 1.Dez Occupy nur noch mit einem mobilen Einsatzwagen vor der EZB präsent wäre, ( und sonst nichts) und daß Occupy keine Zelte mehr wolle. http://www.fnp.de/sdp/region/lokales/frankfurt-sued/occupy-macht-wieder-vor-der-ezb-mobil_rmn01.c.10324820.de.html

Das war zu einem Zeitpunkt als 2 andere Occupy Mahnwachen angemeldet waren, und ein Antrag beim Stadtbauamt auf Zelte vorlag, der noch nicht beantwortet war.

Es ist klar, daß der Immobilienspekulant Novak P. , weit davon entfernt, von den anderen Occupyaktivisten autorisiert zu sein, in deren Namen zu sprechen, oder mit diesen gesprochen zu haben, hier dem seit Monaten andauernden Kampf der Occupymahnwachen um Zelte, in den Rücken gefallen ist.

Schon vor Monaten hatte er gegen die Mahnwache öffentlich losgewettert , das seien doch nur Drogenabhängige und Obdachlose, und zeigte sich damit ganz auf der Linie von Frank, der zur Legitimation der Campräumung eine medialen Schmutzkampagne gegen das Camp losgetreten hatte, in der diesem politische Ziele abgesprochen und es zu einem Hort von Drogen, Obdachlosen, Ratten und Alkohol abgestempelt worden war.

Der Deal ging sogar so weit, einen Traum des Ordnungamtes zu erfüllen und die Mahnwache bei Nacht zu räumen. Der mobile Wagen sollte nur tagsüber vor der EZB stehen. Diese Auflage, die Mahnwache in der Nacht abzuräumen stand seit der Campräumung in allen Verfügungen der Occupymahnwachen. Nur bis dahin hatte das Ordnungsamt nicht gewagt diesen Angriff in das Herz der Mahnwache (die Protestform Mahnwache zeichnet sich dadurch aus, daß sie rund um die Uhr geht) durchzusetzen.

Mit diesem Deal hat Frank mit seinen Helfershelfern bei Occupy versucht, dem Kampf um Mahnwachenzelte vor der EZB ein Ende zu setzen und Occupy zur Speerspitze in der Aushöhlung des Versammlungsrechts zu machen.

Die Bedingungen für diesen Deal : Keine anderen Mahnwachen vor der EZB, – wurden am 11.11. von Novak P. und Co u.a. auch des bekannten Aktivisten OccupyThomas gewaltsam hergestellt.

Das Pavillion , Tische, Bänke und große, unersetzbare Occupyschilder , gemeinschaftliche Demonstrationsmittel der Occupymahnwachen vor der EZB, wurden mit der Jay B. Mahnwache abgebaut und konfisziert und damit verhindert, daß die Präsens von Occupy vor der EZB mit der angemeldeten Mahnwache von Klaus K. fortzgesetzt werden konnte.

( Alle Zelte von Occupy lagern in der Garage von Novak und sind für die Mahnwachen Aktivisten vor der EZB nicht zugänglich.)

Herr Novak P. und Co hat sich damit als Hilfssherrif des Ordnungsamtes betätigt.

Unter Berufung auf den Deal hat das Ordnungsamt am 27.11. das Aufstellen von Tisch und Bänken der angemeldeten Occupy Mahnwache von Klaus K. mit Gewalt unterbunden und behauptet es hätte keine Anmeldung vorgelegen, was nachweislich falsch ist.

Die Legitimation dieses Vorgehens , in der Antwort auf die kleine Anfrage der Linken im Stadtparlament am 13.12., in dem die Anmeldung der Mahnwache als “Reservierung eines Platzes über mehrere Monate, um in diesem Zeitraum an einzelnen Tagen je nach Belieben eine Versammung durchzuführen” bezeichnet wird, die “ nicht unter den Schutzbereich des Art. 8 GG fällt” ist ein Hohn. Denn Herr Liedke war darüber informiert worden, warum die Mahnwache von Klaus K. nicht aufgebaut werden konnte.

Anscheinend will das Ordnungsamt nur die Mahnwachen zur Kenntnis nehmen, die seinen Vorstellungen entsprechen. Das ist pure Willkür.

Gegen die Willkür des Ordnungsamtes Anmeldungen von Mahnwachen aus fadenscheinigen Gründen für null und nichtig zu erklären.

Schon Wochen zuvor hat das Ordnungsamt Herrn Per Oldehover nicht als Anmelder akzeptiert, weil dieser von Herrn Liedke zuvor verlangt hatte, daß er ihm die Drohung der Räumung schriftlich zukommen lassen solle.

Herrn Michael O. wurde die Anmeldung für nichtig erklärt, weil die Polizei ihn nicht am Platz angetroffen hatte ( eine ununterbrochene Präsens ist aber bei Regen ohne Zelte unmöglich)

Die Abschaffung der Protestform Mahnwache muß verhindert werden !

Daß das Ordnungsamt alles andere im Sinn hat, als das Recht zur Durchführung einer Mahnwache zu schützen, ist denn auch mit der neuesten Auflage gegen eine erneute Anmeldung einer Mahnwache durch Klaus K. deutlich geworden, in der sämtliche Demonstrationsmittel zu deren Durchführung verboten werden: Es geht um die Abschaffung der Protestform Mahnwache. Das ist der Sinn des Novak-Deals

War bisherein Tisch mit Stühlen zur Durchführung einer Mahnwache eine Selbstverständlichkeit, die keiner Sondererlaubnis bedurfte, so wird jetzt ein Infotisch und Sitzgelegenheiten als zweckentfremdete Mittel , die nur zum Wohnen dienen, hingestellt.

Diese in der Nacht abzubauen, hatte bisher die Auflage, in der Nacht zu verschwinden, unpraktikabel gemacht. Mit dem mobilen Wagen hat das Ordnungamt hier eine Lösung gefunden. Es soll keine Mahnwachen, die rund um die Uhr gehen mehr geben, das heißt. Es soll keine Mahnwachen mehr geben.

Der Verweis , “ sofern keine straßenrechtliche Sondernutzungserlaubnis der Stadt Frankfurt vorliegt, hat sich in den Erfahrungen der letzten Monate als Farce entpuppt” und dient nur dazu den Rechtsbruch des Ordnungsmtes zu verschleiern. Das Stadtbauamt hat bisher sämtliche Anträge der Occupymahnwachen auf Zelte sowie Aufstellung eines Gerüstes untersagt.

Hier offenbart sich ein klares Interesse : Es soll keinen dauerhaften Protest gegen die Raubzüge des Finanzkapitals vor der EZB mehr geben

Gegen das generelle Zeltverbot bei Mahnwachen-

Frankfurt als Vorreiter bei dem Abbau der Demonstrationsfreiheit

Wir lehnen das generelle Zeltverbot für Mahnwachen entschieden ab.

Während in anderen Städten Zelte bei Mahnwachen selbstverständlich sind , z.B. steht das Mahnwachenzelt von Stuttgart 21 nach wie vor ( seit 150 Wochen) , gibt es Mahnwachenzelte in Köln, steht das Occupycamp in Hamburg noch, waren Zelte bei der Flüchtlingsmahnwache in Würzburg kein Thema usw, ist Frankfurt inzwischen zum Vorreiter in Sachen Abbau der Demonstrationsfreiheit geworden. Im Gegensatz dazu waren in der Vergangenheit auch in Frankfurt Zelte bei Mahnwachen ganz normal. Wochen lang wurde mit Zelten, offenem Feuer und vielem mehr gegen den sog. saubern Golfkrieg- ,, Kein Blut für Öl” auf dem Römer demonstriert und gemahnt. Wie kannes sein , dass es sogar im sog. undemokratischen Ägypten wieder möglich ist auf dem Tahierplatz die Zelte aufzuschlagen und in Deutschland nicht?

Allen Mahnwachen in Frankfurt wurden im Oktober und November Zelte verweigert. Der Kurdenmahnwache wurde ihr Mahnwachenzelt verboten und das Zelt bei Occupy vor der EZB wurde konfisziert. Die Flüchtlinge mußten Ihre Mahnwache verfrüht abbrechen, da die Witterung ohne Zeltschutz eine Fortsetzung in dieser Jahreszeit unmöglich gemacht hat. Mahnwachen sind ohne Zelte nicht durchführbar.

Das Zeltverbot ist menschenverachtend und behandelt Leute, die einen politischen Protest durchführen, wie Menschen 2. Klasse, denen grundlegende Rechte, nämlich das Recht auf körperliche Unversehrtheit abgesprochen wird.

Immer wurde als Begründung angegeben: „Wenn wir Occupy keine Zelte erlauben, können wir euch auch keine Zelte erlauben“. Man kann sich vorstellen, was das neue Verbot nicht nur von Zelten, sondern aller Demonstrationsmittel in Zukunft bedeutet:

Weil ein dauerhafter Protest vor der EZB, dem Finanzkapital nicht in den Kram passt, werden alle Mahnwachen abgeschafft.

Das werden wir nicht zulassen!

Steht auf gegen die Einschränkung des Versammlungsrechts!

Kampagne gegen deutsche Beteiligung am Krieg gegen Syrien

Sagen Sie „NEIN“ zur Kriegsbeteiligung gegen Syrien! Offener Brief an die Abgeordneten des Deutschen Bundestags.

Hier können sie Ihr Votum in der Online Kampagne abgeben.

Obwohl Syrien nicht die Absicht hat, die Türkei anzugreifen, sich vielmehr bewaffneter Banden erwehren muss, die aus der Türkei eindringen, und für deren Bekämpfung Raketen ungeeignet sind, gibt der deutsche Außenminister die fadenscheinige Begründung, das Patriot-Raketen- Abwehrsysteme diene dem „Schutz der Türkei vor möglichen Raketenangriffen aus Syrien.“ Offenkundig geriert sich das NATO-Mitglied Türkei als Schutzmacht der sogenannten „Freien Syrischen Armee“, der sie die Einschleusung samt Waffen über die türkische Grenze nach Syrien er-möglicht, und sie dabei logistisch und geheimdienstlich unterstützt. Die Berufung auf das Recht auf kollektive Selbstverteidigung ist unter diesen Umständen rechtsmissbräuchlich und ein Vorwand, die eigene Kriegsbeteiligung zu tarnen. Die Bereitstellung der gewünschten Waffensysteme bedeutet, dass Deutschland im unerklärten Krieg gegen Syrien von der bisherigen Beteiligung am ferngesteuerten Bandenkrieg zum eigenen aktiven militärischen Eingreifen als Kriegspartei übergeht.
Die Waffenbrüderschaft mit der Türkei und den von diesem NATO-Mitglied unterstützten Terrorbanden kann nicht losgelöst von einer weiteren gesehen werden, zu der der Bundestag allerdings nicht gefragt wird: Die von der Bundesregierung beabsichtigte Waffenlieferung von mehreren Hundert Radpanzern vom Typ „Boxer“ und Kampfpanzern vom Typ „Leopard 2“ an Saudi-Arabien unterstützt unmittelbar den zweiten Paten der unter der Flagge der „Freien Syrischen Armee“ kämpfenden Terrorbanden.
Mit diesen Handlungen läuft Deutschland Gefahr, weiter in einen Krieg verwickelt zu werden, der schon jetzt als ein Stellvertreterkrieg von Mächten der Region und darüber hinaus charakterisiert werden kann und die Gefahr von noch weit größeren bewaffneten Konflikten heraufbeschwört.  ( Auszug aus dem offenen Brief des Freidenkerverbandes)

AK Versammlungsfreiheit

Frankfurt ist zum Vorreiter in der Einschränkung des Versammlungsrechts geworden. Das Ordnungamt ist inzwischen so weit gegangen Tische , Stühle, Bänke, Pavillions und Zelte zu verbieten. Damit wird vor unseren Augen die Versammlungform der Mahnwache abgeschafft.

Dem müssen wir uns mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln widersetzen.

Der Ak Versammlungsfreiheit ist ein Bündnis, dem verschiedene Frankfurter Organisationen  angehören. Er wurde im Oktober, als diese Linie des Ornungsamtes mit dem generellen Zeltverbot deutlich wurde und allen Mahnwachen in Frankfurt , der Kurdenmahnwache, der  Flüchtlingmahnwache und der Occupymahnwache  die Zelte beschlagnahmt , bzw verboten wurden, gegründet.

Wagen des Verrats wird nicht aufgestellt

Kämpferische Occupyaktivisten setzen sich gegen die Fraktion, die mit Ordnungsdezernent Frank gekungelt hat, durch.

Ordnungamt dreht durch.

Der mobile Wagen, den Herr Novak Petrovics eigenmächtig im Namen von Occupy mit Frank ausgehandelt hatte und der am 1.12. 2012 dort aufgestellt werden sollte, ist bis 5.12. nicht erschienen.

In der Asamblea am 2.12. war dieser Deal, in dem er versprochen hatte, daß es keine kämpferischen Occupymahnwachen vor der EZB mehr geben solle und der dem Kampf gegen die Einschränkung der Versammlungfreiheit mit dem generellen Zeltverbot in den Rücken gefallen war, einstimmig abgelehnt worden.

Weil es außerdem nach wie vor eine andere Occupy Mahnwache gibt, ist der  Wagen des Verrats, der nur den Sinn hatte, daß alle anderen Occupymahnwachnenvor der EZB verschwinden und sich ganz Occupy diesem Deal und dem Verrat an den eigenen Zielen unterordnet, hinfällig geworden.
Wir freuen uns, daß dieser Angriff vollständig nach hinten los gegangen ist und die Verräter entlarvt werden konnten.

Dieses Ziel, den Mahnwachenprotest vor der EZB zu unterbinden, will das Ordnungamt nun auch ohne diesen Wagen erreichen:

Das Ordnungsamt stellt sich damit vollständig außerhalb des Rechts auf Versammlungsfreiheit.  VERFÜGUNG-12.2012

VERFÜGUNG-12.2012

Presseerklärung der Occupyasamblea am 2.12.2012

Die Occupy Asamblea vom 2.12.2012 erklärt:

Wir fordern Herrn Novak Petrovics auf, von seinem Deal mit Herrn Frank in aller Öffentlichkeit zurückzutreten .

Dieser Deal entspricht nicht den Zielen von Occupy und fällt den Aktivisten vor der EZB in den Rücken.

Wir werden dagegen mit den zu Gebote stehenden Mitteln vorgehen.

Unter Berufung auf diesen Deal, in dem Novak Petrovics eigenmächtig dem Ordnungamt versprochen hat, daß es keine anderen Mahnwachen vor der EZB mehr geben solle und den er ohne jede Absprache im Namen von Occupy gemacht hat, gibt das Ordnungsamt den Aktivisten vor der EZB nicht mehr die Möglichkeit, eigene Mahnwachen anzumelden.

So wurde am Dienstag, den 25. Nov die angemeldete Mahnwache , die gerade wieder aufgebaut werden sollte, mit Berufung auf diesen Deal geräumt.

Die weitere Anmeldung einer Mahnwache am 29.11. wurde vom Ordnungamt verboten, bzw es wurde eine sofortige Räumung angedroht.

Dies entspricht den Interessen der Herren aus den oberen Etagen der EZB , die keinen Protest gegen die Raubzüge des Finanzkapitals vor der EZB mehr haben wollen.

Durch seine Zusage, daß Occupy keine Zelte mehr wolle und durch sein freiwilliges Eingehen auf die Verfügung der Stadt, die Mahnwache in der Nacht zu räumen, mit der die Versammlungsform der Mahnwache ad absurdum geführt wird, ist er außerdem dem Kampf von occupy zur Wiederherstellung des Versammlungsrechts in den Rücken gefallen.

Diese Zusage hat er in einer Situation gemacht, in der das Ordnungamt ein generelles Zeltverbot in ganz Frankfurt unter Berufung auf Occupy durchgeführt hat. Damit hat er versucht, Occupy zur Speerspitze in der gegenwärtigen Offensive des Ordnungsamtes gegen das Versammlungsrecht zu machen.

Er hat sich damit zusammen mit seinen Helfershelfern, die im Vorfeld durch Abtransport aller Occupy Demonstrationsmittel dafür gesorgt haben, daß die Mahnwache vor der EZB nicht aufgebaut werden konnte und seit langen diesen Deal propagiert haben, als Gegner von Occupy entlarvt.

Occupy steht für das Aufstehen der 99% . Diese Kräfte stehen für das Niederhalten des Protests und haben mit den Zielen von Occupy nichts gemein.

Die Asamblea distanziert sich mit Entschiedenheit von diesen Kräften.

Diese Erklärung wurde einstimmig angenommen.

Herrschaftsfreie Weihnachten

Linke hierzulande können mit dem Weihnachtsfest meist wenig anfangen und machen dieses insbesondere, wenn sie Kinder haben, notgedrungen mit , weil sie sich den Familientraditionen nicht entziehen können.

Die Erklärung der Religion zur Privatangelegenheit , die auch in der Linken vorhanden ist, ignoriert deren ganz und gar politischen Charakter und tut so, als wäre diese unpolitisch.

Unpolitisch war die Religion nur in den Jahrtausenden des Matriarchats (bzw des Urkommunismus), als es noch keinen Staat gab. Seitdem es einen Staat, Krieg, Herrschaft und Ausbeutung gibt, also mit Beginn des Patriarchats, ist Religion politisch und dient der Heiligung von Herrschaft. Angefangen von den patriarchalen Sonnengottheiten über den Polythesimus der Römer und Griechen, den monotheistischen Religionen Christentum, Islam und Judentum, sowie dem Buddismus, Konfuzianismus und dem Hinduismus , immer geht es um die Indienstnahme der Spiritualität der Menschen für die Unterwerfung unter Herrschaft.

Die linke wissenschaftliche Weltanschauung hat eine abstrakte Kritik an der Religion und will mit dieser am liebsten gar nichts zu tun haben. Die abstrakte Negation schlägt in der Praxis um in die Affirmation der religiösen Herrschaftstraditionen.

Daneben gibt es heute einen weit verbreiteten Paganismus ( Bekenntnis zum Heidentum) , der das verbreitete Bedürfnis nach Spiritualität ausdrückt, welches vom herrschenden Christentum nicht mehr befriedigt werden kann. Linke Menschen finden sich dann aber schnell in Gesellschaft mit rechten bzw faschistischen Gesellschaftskritikern , und sie wissen nicht, wie sie sich hier abgrenzen sollen, weil eine linke Urgeschichte fehlt.

Nazis berufen sich seit jeher auf ihre urgeschichtlichen Wurzeln, den indogermanischen (arischen ) Kriegervölkern und ihre Mythen , die das Patriarchat historisch durch die Eroberung und Unterwerfung der matriarchalen Völker durchgesetzt haben. Der Faschismus ist ja auch die extremste und perverseste Ausgeburt der dem Patriarchat wesenseigenen Verherrlichung von Krieg, Eroberung und Völkermord.

Solange die Linke selbst mit patriarchalen Ideologien liebäugelt, kann sie hier keine Klarheit schaffen.

Vor 5000 Jahren begann der Siegeszug von Krieg, Herrschaft und Ausbeutung. Den größten Teil der Menschheitsgeschichte , mehr als 30 000 Jahre, lebten die Menschen in Frieden und kannten keinen Krieg und Sklaverei.

Die Abschaffung des Matriarchats und die Schaffung von Staat und Privateigentum ist die erste und folgenschwerste gewaltsame Revolution der Menschheitsgeschichte.

Der globalisierte Kapitalismus ist die extremste Form des Patriarchats.

Die Frage heute, von der das Überleben unseres Planeten abhängig ist, lautet : Kann die Menschheit diese seit 5000 Jahren wütende Geisel , die Anbetung von Krieg und Eroberungen, Profit und Ausbeutung überwinden?

Die Respektierung der Mutter Erde als ein lebendes Wesenwurde mit der gewaltsamen Ausrottung der Naturreligionen in unserern Breiten nicht zuletzt mit der Christianisierung abgeschafft. Die monotheistischen Herrschaftsreligionen haben jegliche Religion und Spiritualität für sich beschlagnahmt. Unter der Fahne des einen Gottes, der keine fremden Götter neben sich duldet, wurde die Gewaltmaschinerie in Gang gesetzt . Als heidnische Götzenverehrung verfehmt, wurde herrschaftsfreie Spiritualität, die Verehrung und Heiligung des Lebens und alles Lebendigen verfolgt und niedergemetzelt. Nur auf dieser Grundlage konnte sich mit dem Kapitalismus der heute herrschende Gott in Gestalt des Geldes etablieren.

Die Macht des Matriarchats kommt daraus, das Leben zu schaffen.

Die Macht des Patriarchats kommt aus dem Tod, anderen das Leben zu nehmen.

Weltherrschaft ist seit Jahrtausenden der Traum patriarchaler Gesellschaftssysteme. Im globalisierten Kapitalismus hat die Vernichtung von Mensch und Natur nie dagewesene Ausmaße erreicht. Diejenigen, die sich heute anschicken die Weltherrschaft zu übernehemen, träumen in aller Offenheit von der Vernichtung möglichst vieler Menschen und von der Unsterblichkeit der Herrenmenschen.

Gefühle von Verehrung und Dankbarkeit gegenüber Mutter Natur, von der wir leben, sind bei uns verlorengegangenen. Es ist nicht mehr unser Selbstverständnis, ein Teil von ihr zu sein.

Unsere Identität bestimmen wir nicht aus unserer natürlichen Herkunft, aus unserer Mutter und unserem Beitrag zum gemeinschaftlichen Lebens ( das es nicht mehr gibt), sondern daraus, welchem Herrscher, welcher Herrschaft wir unterworfen sind und welchen Rang wir im Herrschaftssystem erworben haben. Deswegen wird seit der Einführung des Patriarchats die Verehrung der Mutter tabuisiert.

Als Staatsbürger bestimmen wir heute unsere Identität aus dem Staat, dem wir angehören.

Als Gesellschaftsmitglieder bestimmen wir unsere Identität aus der Stufe , welche wir in der gesellschaftlichen Hierarchie einnehmen. Als Privatindividuen bestimmen wir unsere Identiät aus den Dingen, die wir unser Eigentum nennen bzw daraus, auf welcher Studenleiter unser Konsum stattfindet. In der christlichen Religion sind wir definiert als arme Sünder, die in den Himmel kommen wollen und den Teufel in uns durch den Glauben und Unterdrückung der Sexualität bekämpfen. Unser ganzes Leben ist bestimmt durch Hierarchien, einem Oben und Unten. Indem der Normalbürger nach „Oben“ strebt und sich nach „Unten“ abgrenzt, hält er dieses Herrschaftssystem aufrecht.

Diese patriarchale Identität hat im Verlauf der Geschichte einen Entwicklungsprozeß durchlaufen und verschiedene Formen angenommen. *1)Das Wesen ist jedoch gleich geblieben.

Unsere patriarchale Identität basiert auf der Entehrung der Mutter und der Mutter Natur.

Mit der gewaltsamen Enteignung des Gemeinschaftseigentums , das im Matriarchat von den Frauen verwaltet worden war, und das die Grundlage der Abweseheit von Klassenunterschieden war, wurde das Privateigentum, der Staat und das Herrschaftsverhältnis Familie geschaffen. D

Alle Produktionsmittel und Lebensmittel sind seitdem in den Händen der herrschenden Klasse und die Existenzunsicherheit ist das Damoklesschwert, das über uns schwebt. Wir sind gezwungen, um unsere Existenz zu kämpfen und uns schon mit Kindesbeinen in der gesellschaftlichen Hierarchie einen mehr oder weniger hohen Platz zu erkämpfen.

Die Familie ist bis auf den heutigen Tag der Ort, in dem die ursprüngliche Konditionierung der Menschen auf Hierarchie und Herrschaft vorgenommen wird . Die Familie ist die keimzelle des Staates.

Diesem Oben- und Unten, das die Klassengesellschaft kennzeichnet, steht der natürliche Kreislauf des werdens und Vergehens gegenüber. Weihnachten ist das Fest der Wintersonnenwende, das in diesem Kreislauf eine Wendepunkt hin zu dem neuen Werden kennzeichnet . Die Tage werden wieder länger

Wir haben jede Beziehung zum natürlichen Kreislauf des Werdens und Vergehens eingebüßt.

Das Fest der Wintersonnenwende, das ursprünglich als rauschendes, gesellschaftliches Fest gefeiert wurde, wurde im Laufe der Jahrtausende der Herrschaft und Ausbeutung umfunktioniert zum Fest der Geburt des Erlösers und zum Fest der Familie.

Maria Josef und das Kind , das in der Krippe liegt. Wenn es ein Fest gibt, das im trauten Kreis der Familie gefeiert wird, dann ist es Weihnachten, wo jeder nach Hause kehrt und zu Hause bei Vater und Mutter feiert.

Es geht heute darum , die herrschaftsfreie Spiritualität, die einverleibt wurde von den herrschaftsheiligenden Elementen zu befreien und auf einer neuen Stufe zu neuem Leben zu erwecken.

Der Weihnachtsbaum ist ein heidnischer Brauch und das Datum der Geburt Jesu wurde auf die Wintersonnenwende gelegt, um vorchristliche Kulte zu vereinnahmen.

Das Symbol für die Feier der Wintersonnenwende ist der Weihnachtsbaum:

Verfolgt man die Wortgeschichte unserer heutigen Bezeichnung „Weihnachten“, so zeigt sich ein direkter Zusammenhang mit der Wintersonnenwende: Etymologisch beruht die Form „Weihnachten“ auf einem alten mittelhochdeutschen Dativ Plural „zu wihen nahten“, was soviel wie „in den heiligen Nächten“ bedeutet. Damit waren ursprünglich die schon in germanischer Zeit gefeierten Mittwinternächte gemeint.

Eine Sitte der Mittwinterzeit war das Hineinholen eines sogenannten „Wintermaien“ ins Haus…. Diese Form des Wintermaien war der direkte Vorläufer des „Weihnachtsbaums“, der sich dann bei den häuslichen Familienfesten einbürgerte.

Erst im 18. Jahrhundert wurde der ursprünglich vorchristliche Brauch christlich umgedeutet, nachdem allerlei Versuche der christlichen Kirche, das heidnische Brauchtum zu verbieten, fehlgeschlagen waren: Dazu war der Glaube an die segenbringende Kraft des Weihnachtsmaien bzw. des Weihnachtsbaumes zu tief im Volk verwurzelt.“

Als Fest der Wintersonnenwende und Geburt des Erlösers sind im Weihnachstfest die gegensätzlichen Elemente von herrschaftsfreier Spiritualität und der Heiligung von Herrschaft enthalten.

An der unterschiedlichen Bedeutung der Sonne im matriarchalen und patriarchalen Kontext manifestiert sich der wesentliche Unterschied.

In der matriarchalen Kultur ist die Sonne der Heros mit dem sich die Göttin in der heiligen Hochzeit vereinigt. Die Göttin wird verehrt aber nicht als Herrscherin angebetet. Das Verhältnis der Göttin zur Sonne, dem männlichen Prinzip, ist das der Reziprozität. Die Feier der Wintersonnenwende ist ein Fest der Wiedergeburt .

Im Patriarchat wird der Sonnenheros zum Gott. Die Verehrung der Wiedergeburt, die Heiligung des ständigen Werden und Vergehens der Natur und des Menschen wird ersetzt durch den Glauben an ein besseres Leben im Jenseits, weil das Leben im patriarchalen Diesseits, in Krieg und Sklaverei so unerträglich geworden ist, sowie an einen Erlösergott.

Besonders mit dem Aufstieg Roms in zahlreichen Raub- und Eroberungszügen verschärften sich zunehmend die sozialen Widersprüche einer Gesellschaft, die auf der Ausbeutung fremder Länder und der Aneignung der Arbeitskraft von Menschen dieser Länder, den Sklaven, beruhte. Die Klassengesellschaft zeigte politische und ökonomische Macht auf der einen, soziale Ohnmacht und Unterdrückung auf der anderen Seite.

Die zunehmende Verelendung breiter Schichten der freien Bevölkerung begünstigte das Entstehen und die Verbreitung von Heilslehren, Offenbarungsgeschichten, Zukunftsprophezeiungen und Mysterienkulten. Da der Großteil der Bevölkerung von einer politischen Mitgestaltung des Gemeinwesens ausgeschlossen war, wurde er von der Ohnmacht im Diesseits auf eine soziale Utopie im Jenseits verwiesen, in der die sozialen Unterschiede aufgehoben sind und jeder gleichgestellt ist.
…..
Die unter dem Einfluss des Orients im Hellenismus entstandenen antiken Erlösungs- und Mysterienreligionen, die den Menschen für tapfer erduldete Mühen und Plagen im Diesseits den gerechten Lohn im Jenseits in Aussicht stellten, fanden rasche Verbreitung und wurden zu Weltreligionen.

Bereits im zweiten Jahrhundert v. Chr. treffen wir im Herrschaftsbereich des römischen Reiches auf die Vorstellungen einer sozialen Utopie, in der die Sonne oder der Sonnengott als Erlöser von der sozialen Knechtschaft auftritt.
……
Der Mythos vom sterbenden und auferstehenden Gott ist im römischen Reich weit verbreitet: z. B. als Adonis, Attis, Asklepios, Dionysos, Herakles, Horus, Mithras, Marduk, Osiris, Serapis, Silvanus u. v. a. Augenscheinlich sind die Parallelen zum später entstehenden synkretistischen Christentum. „

Die Datierung der Geburt Jesu auf den 25.Dezember begründet sich aus der Einverleibung des Mithraskultes in das Christentum.

Zunächst galt der 6. Januar, Epiphanias, als der Weihnachtstermin. Auch hat man in den Anfängen des Christentums verschiedene andere Tage wie den 20. April, den 20. Mai oder den 18. November als den Tag der Geburt des Herrn gefeiert. In Anlehnung an die Feier des spätrömischen Sol Invictus bzw. Mithras am 25. Dezember hat die Kirche (zunächst in Rom) eine Ersetzung des römischen Sonnengottes durch Christus als dem „Licht der Welt“ vollzogen. Die erste Kalendernotiz, die die Geburt Jesu auf den 25. Dezember festlegt, findet sich beim Kopisten Furius Dionysius Filocalus aus dem Jahre 354 u.Z. Demnach hat man das erste Weihnachtsfest im Jahr 336 u.Z. in Rom gefeiert. Die Christen waren davon überzeugt, dass Jesus Christus die wahre Sonne ist; deshalb haben sie wohl das Fest des Sol Invictus vom 25. Dezember schließlich für sich beansprucht. Mit einer Weihnachtspredigt des Johannes Chrysostomos am 25. Dezember 386 u.Z. beginnt dann die schriftliche Überlieferung des Datums als christliches Weihnachtsfest“.

Die Transformation zum christlichen Fest ging auf Kosten der Ausgelassenheit.

Das Hauptfest dieser „heidnischen“ Religion wurde am 25. Dezember als der Tag der Sonnenwende gefeiert, wobei zu Ehren der neu aufsteigenden „Siegerin Sonne“ große Feuer angezündet wurden.

So legen christliche Berichterstatter empört Zeugnis davon ab, daß das neue christliche Weihnachtsfest noch so ausgelassen wie die Wintersonnenwende gefeiert wurde, bevor sich die christliche Mission endgültig mit ihrer – oftmals recht steifen – Ordnung durchsetzte, indem sie ein andächtiges Fest der inneren Einkehr vorschrieb: „Stille Nacht, heilige Nacht…“

Wir feiern Weihnachten als das Fest der Wintersonnenwende, wie das die Menschen vor mehr als 5000 Jahren getan haben, als es noch keinen Krieg und keine Ausbeutung gab.

Dem Oben- und Unten, das die Klassengesellschaft kennzeichnet, steht der natürliche Kreislauf des Werdens und Vergehens gegenüber. Weihnachten ist das Fest der Wintersonnenwende, das in diesem Kreislauf eine Wendepunkt hin zu dem neuen Werden kennzeichnet . Die Tage werden wieder länger

Das Fest der Wintersonnenwende, das ursprünglich als rauschendes, gesellschaftliches Fest gefeiert wurde, wurde im Laufe der Jahrtausende der Herrschaft und Ausbeutung umfunktioniert in eine besinnliches Fest, der Geburt des Erlösers und zum Fest der Familie.

Unser Weihnachtsfest ist nicht die Feier der Geburt eines Erlösers , weil der Glaube an ein Jenseits nur dazu dient, uns von dem Kampf für eine besseres Leben im Diesseits abzuhalten.

Wir feiern Weihnachten als großes gesellschaftliches Fest und nicht im trauten Familienkreis, als Fest der Familie, weil die Familie die Keimzelle des Staates ist und es da nichts zu feiern gibt.

Wir feiern Weihnachten als rauschendes Fest um den Weihnachtsbaum und nicht als Fest der Besinnlichkeit , weil wir uns darüber freuen, daß die Tage nun wieder länger werden . Der Weihnachtsbaum ist uns wichtig, weil er ein jahrtausende altes Symbol ist und dafür steht, daß wieder alles grün wird.