Offener Brief an Daniele Ganser, Ulrich Weiner und Ernst Wolff

Wir, die Regenbogen-Krieger, bitten Euch, Eure Unterstützung für Klagemauer TV zurückzuziehen.
Wir möchten verhindern, daß Eure für unseren Widerstand ungemein wichtige Aufklärungsarbeit missbraucht wird.

Denn wir haben gesehen, daß Eure Filme auf Klagemauer TV veröffentlicht werden.

Ihr unterstützt damit mit Eurem guten Namen und Eurer wertvollen aufklärerischen Arbeit eine Plattform, die von einem Unternehmen gesteuert wird, das ganz andere, gegenteilige Ziele verfolgt als Ihr.

Klagemauer TV erweckt den Anschein eines aufklärerischen Portals mit sehr vielen aufklärerischen Filmen zu Syrien, 5G, dem Weltfinanzsystem – mit vielen Wahrheiten, die wir nicht in den Mainstream Medien finden.

Es gibt dort aber nicht nur Aufklärung, es gibt dort auch das genaue Gegenteil, zum Beispiel diesen hetzerischen, demagogischen Film von Kla.tv  gegen Marxismus, bei dem der Marxismus, die gesamte Frankfurter Schule und der gesamte Feminismus aufs übelste beschimpft werden

https://www.klagemauer.tv/Marxismus

Eine solch demagogische Verdrehung der Wahrheit , bei der z.B. die Frankfurter Schule als Verursacher der Toten im Vietnamkrieg erscheint , der ja bekanntlich auf die Aggression des US-Imperialismus zurück geht, zeigt, wo sie politisch stehen und offenbart eine tiefe Feindschaft gegen jede Emanzipationsbewegung.

Daß dies der wirkliche politische Standpunkt von Kla.tv ist, wird in dem Film „Globale Krisen“, in dem der Gründer von Kla.tv, Ivo Sasek, selbst zu Wort kommt, deutlich.

Darin werden sämtliche Erscheinungsformen des Kapitalismus und Imperialismus, der Hunger, die Kriege , der große Unterschied von Arm und Reich, das Profitmachen mit Krankheit, 5G, großer Drogenkonsum, die Panikmache der Klimahysterie, Occultismus usw. d.h. die gesamte globale Krise darauf zurückgeführt, daß der Teufel auf die Erde gekommen sei und uns daran hindere, daß wir im Paradies leben.

Die zum Teil richtige Kritik an den einzelnen Erscheinungen erwecken einen aufklärerischen Eindruck, sind aber das genaue Gegenteil, wenn die Ursache dafür der Teufel sein soll.

Dies ist eine gigantische Ablenkung von den wirklichen Verursachern und im Interesse derselben und soll davon abhalten , gegen die angeprangerten Zustände wirklich aufzustehen. Wir müssen uns nur selbst vor dem Teufel retten und Gott in uns entdecken und Anhänger seiner Sekte werden.

Wir erleben seit vielen Jahren, daß die Machtelite den Widerstand kapert, um diesen für ihre eigenen Interessen einzusetzen. Der Widerstand soll in Bahnen gelenkt werden, die die Agenda der Herrschenden unterstützen. Unterwerfung unter deren Angriffe ist das Ziel.

Der Teufel, Himmel und Hölle sind von den Herrschenden des Patriarchats erfunden worden, um die unterworfene Klasse in Angst und Schrecken zu versetzen, damit sie sich unterwerfen.

Das Sasek – Konglomerat ködert widerständige Menschen und verhilft ihnen mit seinen zahlreichen Studios zu Popularität. Insofern ist die Sasek – Bewegung nicht einfach eine Sekte. Sie instrumentalisiert aufrichtige Aktivisten für Ihre Ziele. Sie trägt eine Propaganda in den Widerstand, der auf die Auflösung desselben abzielt.

Es handelt sich um eine weltweite Bewegung . Kla.tv wird in alle Sprachen übersetzt.

Solche Aktivitäten läßt sich die Machtelite einiges kosten. Woher kommt das viele Geld für die pompöse Ausstattung der Konferenzen, für die zahlreichen Studios von Kla.TV und für Kost und Unterkunft bei den „Bemessungen“ ?

Diese Methode, alle katastrophalen Auswirkungen des Kapitalismus aufzugreifen, um diese in eine religiöse Hoffnung umzulenken, um die Menschen von wirklichem Widerstand abzuhalten, kennen wir von einer komplementären Initiative des Finanzkapitals für eine neue globale grüne Religion “Interfaith” http://www.interfaith.org/ .
„Interfaith“ ist die Vereinigung aller bestehenden Herrschaftsreligionen zu einer einzigen neuen globalen grünen Religion. Unter dem Banner der angeblichen Rettung des Planeten und der Umwelt sollen sich alle Religionen versammeln .Dies ist eine Initiative von Maurice Strong und Gorbatschow und Mitgiedern der Trilateralen Kommission ( GroBrundtland), in der Steven Rockefeller führende Position innehatte und die vom Rockefeller Brothers Fund gesponsored wurde ( Patrick Wood, Technocracy rising, S. 124).
Mit dem Earth Charter haben sie religiöse Leitlinien herausgegeben , die die 10 Gebote ersetzen sollen http:/ /earthcharter.org/invent/images/uploads/echarter_german.pdf.
Der Earth Charter ist wie die vielen Filme von Kla.tv hochpolitisch und läßt keine zerstörerische Folge des Kapitalismus aus.
Was eigentlich als politisches Programm behandelt werden sollte , das in der politischen Aktion der Massen gegen die Ausbeuter durchgesetzt werden müßte , wird aus dem Bereich der Politik in den Bereich der Religion verbannt , d.h. von der politischen Praxis abgetrennt und so in das Reich der Hoffnung, in das imaginäre Reich der Religion verschoben.

Diese neuen 10 Gebote werden aufbewahrt in der Arc of Hope, wie es sich für religiöse Heiligtümer gehört.

http://arkofhope.org/

Die Sasek – Bewegung unterscheidet sich davon nur in der Hinsicht, daß hier Christen und Nicht-Grüne angesprochen werden.

Den Angeboten des Sasek- Konglomerats an widerständige Aktivisten, mit ihren Studios für Reichweite zu sorgen, sollte man eine Absage erteilen. Wenn man unter dem Banner von Kla.Tv auftritt, bleibt zum Schluß die religiöse Message , die die eigene Bemühung, für Widerstand zu mobilisieren, in Luft auflöst.

Diese Organisation ist im Auftrag des Gegners unterwegs und schwächt den Widerstand .

Die Propaganda von Kla.Tv ist mit wirklichem Widerstand gegen den globalisierten Kapitalismus unvereinbar.

Kommentar zu dem Buch „Heute Europa, morgen die Welt“

Das Buch „Heute Europa, morgen die Welt“ https://www.eulenspiegel.com/verlage/edition-ost/titel/heute-europa-morgen-die-welt.html
ist eine antideutsche Geschichtsverfälschung, die mit antiimperialistischer Politik nichts zu tun hat und zur Verdummung der Linken beiträgt.

Die Autoren haben anscheinend guten Grund, sich nicht zu den hier vertretenden Auffassungen zu bekennen, bleiben sie doch anonym und verstecken sich hinter einer Ad Hoc Gruppe. adhoc

 

zitiert aus dem Vorwort

 

In Frankfurt allerdings pfeifen die Spatzen von den Dächern, daß Aitak Barani und Phillip Kissel zu den Autoren gehören. Diese sind kürzlich aus der DKP ausgetreten und waren an der Gründung einer neuen kommunistischen Partei https://kommunistische.org/ maßgeblich beteiligt. http://www.wieweiter.net
Die Imperialismusanalyse dieser „Kommunistischen Organisation“ (siehe programmatische Thesen https://kommunistische.org/programmatische-thesen/ ) zeichnet sich durch eine Leugnung der Rolle des Finanzkapitals aus, denn dieses wird in dem Abschnitt Imperialismus mit keinem Wort erwähnt. Ganz im Gegensatz zu Lenin, für den selbstverständlich ist, daß das Finanzkapital der entscheidende Akteur für imperialistische Kriege ist. Lenin:

„Einerseits die gigantischen Ausmaße des in wenigen Händen konzentrierten Finanzkapitals, das sich ein außergewöhnlich weitverzweigtes und dichtes Netz von Beziehungen und Verbindungen schafft, durch das es sich die Masse nicht nur der mittleren und kleinen, sondern selbst der kleinsten Kapitalisten und Unternehmer unterwirft; anderseits der verschärfte Kampf mit den anderen nationalstaatlichen Finanzgruppen um die Aufteilung der Welt und um die Herrschaft über andere Länder – all dies führt zum geschlossenen Übergang aller besitzenden Klassen auf die Seite des Imperialismus.“http://www.mlwerke.de/le/le22/le22_290.htm

In dem Buch kann man studieren, zu welch hanebüchenden Geschichtsverfälschungen die Leugnung der Rolle des Finanzkapitals führt. Ich beziehe mich hier exemplarisch auf das 2. Kapital des Buches  „II. Etappe 1918-1933 Rüstung zur Revanche“ . Heute Europa, morgen die Welt S.37-76

1. Revision des Antiimperialismus: Leugnung der imperialistischen Interessen Englands

„Und jetzt zum hundersten Jahrestags des Ersten Weltkriegs wird ein Buch hochgejubelt, das angeblich auch die deutsche Schuld am Krieg wiederlegt. Tatsächlich wollte das Deutsche Reich den Krieg.“ S.38

Hier wird die Frage nach der Kriegsschuld Deutschlands aufgewärmt, die mit einer antiimperialistischen Analyse der Ursachen des 1. Weltkriegs , wie diese z.B. von Rosa Luxemburg vorgelegt wurde, nichts zu tun hat.

„Der kapitalistische Aufschwung, der nach der Kriegsperiode der sechziger und siebziger Jahre in dem neukonstituierten Europa Platz gegriffen und der namentlich nach Überwindung der langen Depression, die dem Gründerfieber und dem Krach des Jahres 1873 gefolgt war, in der Hochkonjunktur der neunziger Jahre einen nie dagewesenen Höhepunkt erreicht hatte, eröffnete bekanntlich eine neue Sturm- und Drangperiode der europäischen Staaten: ihre Expansion um die Wette nach den nichtkapitalistischen Ländern und Zonen der Welt. Schon seit den achtziger Jahren macht sich ein neuer besonders energischer Drang nach Kolonialeroberungen geltend. England bemächtigt sich Ägyptens und schafft sich in Südafrika ein gewaltiges Kolonialreich, Frankreich besetzt Tunis in Nordafrika und Tonkin in Ostasien, Italien faßt Fuß in Abessinien, Rußland bringt in Zentralasien seine Eroberungen zum Abschluß und dringt in der Mandschurei vor, Deutschland erwirbt in Afrika und der Südsee die ersten Kolonien, endlich treten auch die Vereinigten Staaten in den Reigen und erwerben mit den Philippinen »Interessen« in Ostasien. Diese Periode der fieberhaften Zerpflückung Afrikas und Asiens, die, von dem chinesisch-japanischen Krieg im Jahre 1895 an, fast eine ununterbrochene Kette blutiger Kriege entfesselte, gipfelt in dem großen Chinafeldzug und schließt mit dem russisch-japanischen Kriege des Jahres 1904 ab.
Alle diese Schlag auf Schlag erfolgten Vorgänge schufen neue außereuropäische Gegensätze nach allen Seiten: zwischen Italien und Frankreich in Nordafrika, zwischen Frankreich und England in Ägypten, zwischen England und Rußland in Zentralasien, zwischen Rußland und Japan in Ostasien, zwischen Japan und England in China, zwischen den Vereinigten Staaten und Japan im Stillen Ozean ­ ein bewegliches Meer, ein Hin- und Herwogen von scharfen Gegensätzen und vorübergehenden Allianzen, von Spannungen und Entspannungen, bei denen alle paar Jahre ein partieller Krieg zwischen den europäischen Mächten auszubrechen drohte, aber immer wieder hinausgeschoben wurde. Es war daraus für jedermann klar: 1. daß der heimliche, im stillen arbeitende Krieg aller kapitalistischen Staaten gegen alle auf dem Rücken asiatischer und afrikanischer Völker früher oder später zu einer Generalabrechnung führen, daß der in Afrika und Asien gesäte Wind einmal nach Europa als fürchterlicher Sturm zurückschlagen mußte, um so mehr, als der ständige Niederschlag der asiatischen und afrikanischen Vorgänge die steigenden Rüstungen in Europa waren, 2. daß der europäische Weltkrieg zur Entladung kommen würde, sobald die partiellen und abwechselnden Gegensätze zwischen den imperialistischen Staaten eine Zentralisationsachse, einen überwiegenden starken Gegensatz finden würden, um den sie sich zeitweilig gruppieren können. Diese Lage wurde geschaffen mit dem Auftreten des deutschen Imperialismus.“ Juniusbroschüre http://mlwerke.de/lu/luf_3.htm

Die Frage nach der Kriegsschuld argumentiert vom Standpunkt des einem oder anderen imperialistischen Räubers . Eine antiimperialistische Kritik greift dagegen den Krieg beider Seiten der Zentralisationsachse -um mit Rosa Luxemburg zu sprechen – an , den Gegensatz zwischen England,Frankreich und Deutschland. Denn nicht nur Deutschland wollte den Krieg, auch die Engländer wollten ihn, um den erstarkten Rivalen Deutschland niederzuringen.

Die imperialistischen Interessen der Entente  am Krieg werden geleugnet, England verteidigte sich angeblich nur gegen den deutschen Angriff.

„Die mächtige Seemacht England griff ein, als sie deutsche Truppen und Panzer in Richtung Ärmelkanal auf sich zurollen sah und schloß sich mit Frankreich und Rußland in der Entente zusammen.“ ebd S.39

Hier wird suggerriert , daß die Entente ein Verteidungungbündnis war, Genau das Gegenteil war der Fall.
Die imperialistische Weltmacht England sah ihre Vormachtstellung durch den erstarkenden Rivalen Deutschland bedroht. z.B. durch die Berlin-Bagdad Bahn, die Deutschland den Zugang zum Öl im heutigen Irak sichern sollte, durch den Aufbau einer Handelsmarine und Kriegsflotte durch Deutschland und insgesamt durch die Stärke der deutschen Industrie. Öl hatte auch eine entscheidende militärische Bedeutung nach Ablösung der Dampfschiffahrt für die Befeuerung der Flotte.
Ganz abgesehen davon , waren die ersten Panzer keine deutschen. 2014 wurden noch gar keine Panzer eingesetzt. Die Engländer setzten zuerst 2016 Panzer ein, die aber in die andere Richtung rollten.

„Der Erste Weltkrieg war ein Krieg um die Neuaufteilung der Welt, bei dem Deutschland als zu spät gekommene Großmacht die Welt zu ihren Gunsten neu verteilt haben wollte, während die etablierten Mächte England und Frankreich ihre Handels – und Kolonialmacht gegen den Nachwuchsräuber verteidigen mußte.“ ebd S.39

Der Kampf um die Aufrechterhaltung einer imperialistischen Vormachtstellung ist per se aggressiv und es ist absurd dieses als Verteidigung zu bezeichnen.

2. Revision des Antiimperialismus: Legitimation der drakonischen Reparationszahlungen

„Insofern hatten <alle ein Interesse am Weltkrieg> wie scheinbar salomonisch (d.h. alle Seiten abwägend ) im heutigen Geschichtsunterricht gern geurteilt wird. Die Feststellung , so richtig sie sein mag, darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, daß das Deutsche Reich einen größenwahnsinnigen Angriffskrieg geplant und durchgeführt hat und daß es diesen Krieg verloren und dafür auch die Konsequenzen zu tragen hatte.“ebd S.40

Was hier als „salomonisch, alle Seite abwägend“ abgetan und dem heutigen Geschichtsunterricht zugeordnet wird, ist in Wahrheit die Verunglimpfung der antiimperialistischen Position , die die kriegerischen Interessen aller Imperialisten im 1. Weltkrieg angreift.

Warum mußte Deutschland die Konsequenzen tragen, weil es angeblich einen „größenwahnsinnigen“ Angriffskrieg geführt hat. Sie argumentieren mit dem Schlieffen Plan, der deswegen größenwahnsinnig war, weil er scheitere, da England in den Krieg eingriff.

„Heute wissen wir, daß der Plan gänzlich in die Hose ging, die mächtige Seemacht England griff ein.“ ebd S. 39

Demnach hat Deutschland den Krieg verloren , weil England eingriff. Die historischen Tatsachen sind aber andere. Bis 1916 gab es eine Pattsituation, weil beide Seiten, die Entente auf der einen und Deutschland auf der anderen, nahezu gleich stark waren. Die Deutschen waren so stark, daß die Amerikaner um ihre Kriegsanleihen fürchten mußten, die sie England und Frankreich geliehen hatten, weswegen sie in den Krieg eingriffen. Der Kriegseintritt der Amerikaner führte 2 Jahre später zu der Niederlage Deutschlands.

Die Autoren bleiben mit ihrer Schuldfrage ganz in der imperialistischen Logik und schämen sich nicht, sich auf die Seite der Sieger zu schlagen und die vernichtenden Reparationszahlungen mit denen Deutschland überzogen wurde, für legitim zu erklären.
Die Theorie von der alleinigen Kriegsschuld Deutschlands war die Ideologie der Siegermächte , die damit die drakonischen Reparationszahlungen, die der Verlierer Deutschland zu leisten hatte, legitimiert haben. Diese waren eine Fortfühtung des Krieges mit anderen Mitteln. Genau diese Ideologie der Siegermächte wird mit dieser Positionierung zur Kriegsschuld von den Autoren vertreten.

Die Reparationszahlen gingen derart über das Maß hinaus, daß J.M.Keynes der als Vertreter Englands an den Versailler Verhandlungen teilnahm, von dieser Position zurücktrat.  keynes

Die drakonischen Reparationszahlungen zeigen, daß das angloamerikanische Finanzkapital damit Deutschland in die Knie zwingen wollte, um es für seine politischen Ziele zu instrumentalisieren.

„Die Schlüsselinstitutionen , die die Nachkriegsentwicklungsstrategie des Westens bestimmten, waren die Zentralbanken von Großbritannien und den USA – die Bank of England und die FED- und die assoziierten Finanz- und Industrieorganisationen, die zum Ziel hatten , die absolute Kontrolle über das Finanzsystem von Deutschland zu gewinnen, um die politischen Prozesse in Zentraleuropa zu kontrollieren.
Die Umsetzung dieser Strategie wurde in folgenden Schritte vollzogen:
1. von 1919 bis 1924 – es wurde die Grundlage gelegt für ein massives Amerikanisches Finanzinvestment in die Deutsche Ökonomie;
2. von 1924 bis 1929 – die Kontrolle über das Deutsche Finanzsystem wurde übernommen und der Nationalsozialismus wurde unterstützt;
3. von 1929 bis 1933- Auslösen und Entfesseln einer tiefen Finanz- und ökonomischen Krise und Sicherstellung daß die Nazis die Macht übernehmen
4. von 1933 bis 1939 – finanzielle Kooperation mit dem Nazi Regime und Unterstützung seiner expansionistischen Auslandspolitik, mit dem Ziel einen neuen Weltkrieg vorzubereiten und auszulösen.
Im ersten Schritt startete der wichtigste Hebel , um das Eindringen von amerikanischem Kapital nach Europa sicherzustellen, mit den Kriegsschulden und den damit zusammenhängenden Reparationen Deutschlands. Nach dem formellen Eintritt der USA in den ersten Weltkrieg gaben sie ihren Verbündeten ( vor allen Dingen England und Frankreich) Kredite im Wert von $ 8.8Milliarden. Die gesamte Kriegsschuld , die Kredite an die USA in 1919-1921 eingeschlossen, waren mehr als $ 11 Milliarden.
Übersetzt aus: http://www.globalresearch.ca/history-of-world-war-ii-nazi-germany-was-financed-by-the-federal-reserve-and-the-bank-of-england/5530318

Alle Etappen mit denen das angloamerikanische Finanzkapital seine Ziele erreichte, werden in dem Buch „Heute Europa, morgen die Welt“ unverfroren als Etappen der Revanche des Deutschen Imperialismus umgedeutet.
Die Rolle des angloamerikanischen Finanzkapitals wird verschleiert, um alleine Deutschland für den weiteren Verlauf der Ereignisse verantwortlich zu machen.

3. Revision des Antiimperialismus: Reparationszahlungen werden verharmlost

„„Last not least beliefen sich die Reparationsforderungen auf 270 Mrd Goldmark, zahlbar in halbjährlichen Raten bis 1963. Allerdings ließen sich die Siegermächte immer weiter herunterhandeln, bis sie schließlich 1924-31 nicht mehr erhielten, als sie ihrerseits Deutschland in derselben Zeit geborgt hatten.“ ebd S.46

Hier wird so getan, als ob es dem Finanzkapital der Westmächte mit den Reparationszahlungen gar nicht so ernst war und es nur eine Sache der Verhandlung war, diese wieder los zu werden. Das Finanzkapital erscheint hier in einem wahrlich menschlichen Licht.
Welcher Preis von Deutschland bezahlt werden mußte, um die Tortur der Reparationszahlungen durchzustehen und welche Wandlungen der deutschen Wirtschaft dabei oktrojiert wurden, davon erfahren wir nichts.
Die desaströse Besetzung des Ruhrgebiets durch die Franzosen  wird ebenso wohlweislich verschwiegen, weil sie nicht in das märchenhafte Bild passt, das hier über die Westmächte gemalt wird.

4. Geschichtsverfälschung: Dawes Plan wird in einen Etappensieg zur Wiedererstarkung des deutschen Imperialismus umgelogen–Die Übernahme der Kontrolle des Angloamerikanischen Finanzkapitals über das deutsche Finanzsystem und über den deutschen militärisch industriellen Komplex wird geleugnet

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Was hier rein „wirtschaftliche “ bar jeder „politisch-interventionistischen „ Funktion heruntergespielt wird, war in Wirklichkeit die Übernahme der Kontrolle der Schlüsselsektoren der Deutschen Industrie und großen Banken , wie die Deutsche Bank, Dresdner bank, Donat Bank etc durch das angloamerikanische Finanzkapital, und weit davon entfernt rein wirtschaftlich und nicht politisch interventionistisch zu sein.

 

„Im Sommer 1924 wurde ein Projekt , das unter dem namen “Dawes Plan” bekannt wurde ( benannt nach dem Vorsitzenden des Experten-Committees , das diesen kreiert hatte – ein Amerikanischer Banker und Direktor einer der Banken der Morgan Gruppe) auf der Londoner Konferenz angenommen.
……. Die Anglo-Amerikanischen Banken erlangten nicht nur Kontrolle über die Übertragung der Deutschen Bezahlungen, sondern auch über den Haushalt, das System der Geldzirkulation und in einem großen Ausmaß über das Kreditsystem des Landes. Im August 1924 war die alte Deutsche Mark ersetzt durch eine neue, stabilisierte finanzielle Situation in Deutschland , und , wie der Forscher G.D. Preparta schrieb, die Weimarer Republik war aufbereitet für “die pittoreskteste ökonomische Hilfe der Geschichte, gefolgt von der bittersten Ernte in der Weltgeschichte”-” eine nicht aufzuhaltende Flut von amerikanischem Blut strömte durch die finanziellen Adern von Deutschland”……………..(Übersetzung aus dem englischen durch den Autor)

Secondly, although formal credit was issued to secure payment, it was actually the restoration of the military-industrial potential of the country. The fact is that the Germans were paid in shares of companies for the loans so that American capital began to actively integrate into the German economy.
The total amount of foreign investments in German industry during 1924-1929 amounted to almost 63 billion gold Marks (30 billion was accounted for by loans), and the payment of reparations — 10 billion Marks. 70% of revenues were provided by bankers from the United States, and most of the banks were from JP Morgan. As a result, in 1929, German industry was in second place in the world, but it was largely in the hands of America’s leading financial-industrial groups.
“Interessen-Gemeinschaft Farbenindustrie”, the main supplier of the German war machine, financed 45% of the election campaign of Hitler in 1930, and was under the control of Rockefeller “Standard oil”. Morgan, through “General Electric”, controlled the German radio and electrical industry via AEG and Siemens (up to 1933, 30% of the shares of AEG owned “General Electric”) through the Telecom company ITT — 40% of the telephone network in Germany.
In addition, they owned a 30% stake in the aircraft manufacturing company “Focke-Wulf”. “General Motors”, belonging to the DuPont family, established control over “Opel”. … In 1926, with the participation of the Rockefeller Bank “Dillon, Reed & Co.” the second largest  industrial monopoly in Germany after “I.G Farben” emerged — metallurgical concern “Vereinigte Stahlwerke” (Steel trust) Thyssen, Flick, Wolff, Feglera etc.
(Übersetzung aus dem englischen durch den Autor) :Die Amerikanische Kooperation mit dem Deutschen militärisch -industriellen Komplex war so intesiv und allgegenwärtig, daß in 1933 die Schlüsselsektoren der Deutschen Industrie und großen Banken , wie die Deutsche Bank, Dresdner bank, Donat Bank etc unter der Kontrolle des Amerikanischen Finanzkapitals waren.

Die politische Kraft die dafür vorgesehen war, eine entscheidende Rolle in den Anglo-Amerikanischen Plänen zu spielen , wurde gleichzeitig vorbereitet. Wir reden über die Unterstützung der Nazi Partei und A. Hitler persönlich. Der frühere Deutsche Kanzler Brüning schrieb in seinen Memoiren, daß Hitler seit 1923 große Summen aus dem Ausland erhielt.“ http://www.globalresearch.ca/history-of-world-war-ii-nazi-germany-was-financed-by-the-federal-reserve-and-the-bank-of-england/5530318

Das Buch hat die Funktion, diese Rolle des angloamerikanischen Finanzkapital für die Vorbereitung des 2. Weltkriegs und den Aufstieg von Hitler zu verschleiern, dieses von jedem diesbezüglichen Verdacht reinzuwaschen und stattdessen dafür ausschlließlich die reaktionären Kräfte der deutschen Revanche verantwortlich zu machen.

5. Geschichtsverfälschungen über die Vorausssetzungen für die Amerikanisierung der deutschen Wirtschaft

Voraussetzung dafür, daß sich die Deutschen diese „Kolonisierung“ gefallen ließen , war die Besetzung des Ruhrgebietes und die Hyperinflation 1923. Diese widerum war eine Folge des Rapallo Vetrages.
Das Buch verdreht und verfälscht diese historischen Zusammnehänge:

„1922 wurde der Rapallo Vertrag unter Außenminister Rathenau abgeschlossen, der diplomatische Beziehungen zur Sowjetunion herstellte.Im Vetrag verzichteten beide Seiten auf die Erstattung von Kriegskosten….“ebd S.54

Wir erfahren jedoch nichts über die Vereinbarung im Rapallo Vertrag, Öl von Baku nach Deutschland zu liefern, die mit dem Zug befördert werden und mit deutscher Technologie bezahlt werden sollten. Wie wir heute wissen, wurde damit eine Tabuzone überschritten. Der Stratfor (amerikanischer Think tank- „Schatten CIA“)Gründer George Friedmann hat 2015 offenbart , daß die Geopolitik der USA seit 100 Jahren der Maxime folgt, eine technologische Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Rußland zu verhindern. https://www.neopresse.com/politik/stratfor-direktor-friedman-us-hauptziel-seit-einem-jahrhundert-ist-ein-deutsch-russisches-buendnis-zu-verhindern/

Das Buch suggeriert , daß es mit dem Vertrag und seiner Umsetzung keinerlei Schwierigkeiten gegeben hat und fantasiert im Gegenteil eine Stärke der Deutschen, die jeder Grundlage entbehrt.

„Außerdem ging es darum, gegen die Westmächte ein Drohpotenzial in der Hand zu haben, falls diese sich dauerhaft unwillig zeigen sollten Deutschland ihrerseits vertraglich entgegen zu kommen.“ ebd S.54

Tatsache ist , daß Rathenau 2 Monate später ermordet wurde und 1923 die Besetzung des Ruhrgebietes und die Hyperinflation erfolgte.
Die Hyperinflation von 1923 findet in dem Buch keine Erwähnung, stattdessen findet die Inflation 1921 statt, der zudem eine märchenhafte Funktion zugeschrieben wird.

„Mit der Inflation konnten außerdem die Reparationsleistungen im gleichen Umfang abgewertet werden.“ebd S.51

Die historischen Tatsachen sehen aber anders aus:

„Wegen der sich verschärfenden wirtschaftlichen Probleme des Deutschen Reiches verzichteten die Alliierten im Jahr 1922 auf Reparationszahlungen in Form von Geld und forderten stattdessen Sachleistungen (Stahl, Holz, Kohle) ein. Am 26. Dezember stellte die alliierte Reparationskommission dann einstimmig fest, dass Deutschland mit den Reparationslieferungen im Rückstand war. Als am 9. Januar 1923 die Reparationskommission erklärte, die Weimarer Republik halte absichtlich Lieferungen zurück (unter anderem seien 1922 nur 11,7 Millionen statt der geforderten 13,8 Millionen Tonnen Kohle und nur 65.000 statt 200.000 Telegraphenmasten geliefert worden), nahm Frankreich dies zum Anlass, in das Ruhrgebiet einzumarschieren.“ https://de.wikipedia.org/wiki/Ruhrbesetzung
„Weil die Reichsregierung nicht mehr in der Lage war, die Reparationen in angemessener Höhe zu bezahlen oder Ersatzleistungen in Form von Wirtschaftsgütern zu erbringen, kam es zur Ruhrbesetzung durch französische und belgische Truppen. Die deutsche Regierung unter Reichskanzler Wilhelm Cuno rief zum „Ruhrkampf“, zum passiven Widerstand gegen die militärische Besetzung auf. Um die Streikenden bei Laune zu halten, wurden ihnen entsprechende finanzielle Hilfen ausgezahlt – in einer Mark, die sich durch die von der Regierung betriebene Geldvermehrung immer rascher entwertete. Damit begannen die Monate der Hyperinflation, die noch Generationen von Deutschen als Beispiel für die Schrecken einer Inflation verfolgten. Immer schneller verzehnfachte sich die Abwertung gegenüber dem US-Dollar, bis schließlich im November 1923 der Kurs für 1 US-Dollar 4,2 Billionen Mark entsprach.Die Hyperinflation sorgte für einen Zusammenbruch der deutschen Wirtschaft und des Bankensystems. Zwei komplette Auflagen von 1000 Mark- und 5000 Mark-Banknoten konnten Anfang 1923 nicht mehr in Umlauf gebracht werden, sie mussten Ende 1923 mit „1 Milliarde“ und „500 Milliarde“-Aufdrucken verwendet werden.“ https://de.wikipedia.org/wiki/Deutsche_Inflation_1914_bis_1923

1924 konnte sich das angloamerikanische Finanzkapital mit dem Dawes-plan als Retter aus der Not aufspielen und nutzte die Katastrophe für die eigenen Interessen.

6. Geschichtsverfälschung : Die Unterstützung des Aufstiegs von Hitler durch das angloamerikanische Finanzkapital wird verschwiegen

Die Absicht des Buches besteht darin, für den Aufstieg von Hitler und den 2 Weltkrieg ausschließslich deutsche revanchistische Kräfte verantwortlich zu machen.
Nicht nur diese haben Hitler  an die Macht gebracht:

„Since the autumn of 1929 after the collapse of the American stock exchange was triggered by the Federal Reserve, the third stage of the strategy of Anglo-American financial circles started.
The Federal Reserve and JP Morgan decided to stop lending to Germany, inspired by the banking crisis and economic depression in Central Europe. In September 1931, England abandoned the gold standard, deliberately destroying the international system of payments and completely cutting off the financial oxygen to the Weimar Republic.
But a financial miracle occurred with the Nazi party: in September 1930, as a result of large donations from Thyssen, “I.G. Farben”, Kirdorf’s party got 6.4 million votes, and took second place in the Reichstag, after which generous investments from abroad were activated. The main link between the major German industrialists and foreign financiers became H. Schacht.
On January 4th, 1932, a meeting was held between the largest English financier M. Norman, A. Hitler, and von Papen, which concluded a secret agreement on the financing of the NSDAP. This meeting was also attended by US policymakers and the Dulles brothers, something which their biographers do not like to mention. On January 14th, 1933, a meeting between Hitler, Schroder, Papen and Kepler took place, where Hitler’s program was fully approved. It was here that they finally resolved the issue of the transfer of power to the Nazis, and on 30th January Hitler became Chancellor. The implementation of the fourth stage of the strategy thus begun.

The attitude of the Anglo-American ruling circles to the new government was very sympathetic. When Hitler refused to pay reparations, which, naturally, called into question the payment of war debts, neither Britain nor France showed him the claims of the payments. Moreover, after the visit in the United States in May 1933, H. Schacht was placed again as the head of Reichsbank, and after his meeting with the President and the biggest bankers on Wall Street, America  allocated Germany new loans totalling $1 billion.
In June, during a trip to London and a meeting with M. Norman, Schacht also sought an English loan of $2 billion, and a reduction and then cessation of payments on old loans. Thus, the Nazis got what they could not achieve with the previous government.
In the summer of 1934, Britain signed the Anglo-German transfer agreement, which became one of the foundations of British policy towards the Third Reich, and at the end of the 30’s, Germany became the main trading partner of England. Schroeder Bank became the main agent of Germany in the UK, and in 1936 his office in New York teamed up with the   Rockefellers to create the “Schroeder, Rockefeller & Co.” investment Bank, which “Times” magazine called the “economic propagandist axis of Berlin-Rome”. As Hitler himself admitted, he conceived his four-year plan on the basis of foreign financial loans, so it never inspired him with the slightest alarm.“
http://www.globalresearch.ca/history-of-world-war-ii-nazi-germany-was-financed-by-the-federal-reserve-and-the-bank-of-england/5530318

.Diese antideutsche Geschichtsverfälschung, die die Machenschaften des angloamerikanischen Finanzkapitals damals und heute leugnet ist der theoretische Hintergrund der heute vertretenden Politik: Der Feind steht im eigenen Land

Rojava, ein Modell für was?

Wir verurteilen den Angriff der Türkei auf Rojava aufs Schärfste. Unsere Solidarität gilt den heldenhaften Kämpfern der kurdischen Befreiungsbewegung. Allerdings sehen wir hier gefährliche Illusionen am Werk, die dazu führen , daß diese Kämpfer für die Pläne der Imperialisten verheizt werden und Rojava zu einem kapitalistischen Projekt umgemodelt wird.

Aus der jahrzehntelangen Unterdrückung des kurdischen Volkes gibt es nur einen Ausweg, nämlich auf der Basis des internationalen Klassenkampfes und nicht durch Kumpanei mit dem Imperialismus.

Die amerikanischen Militärbasen in Rojava zeigen eine verhängnisvolle Entwicklung.

Die Kurden haben sich nie klar gegen das Greater Middle East Projekt der USA positioniert, in dem die Absicht erkennbar war , die Leiden des kurdischen Volkes für die imperialistischen Expansionspläne zu instrumentalisieren.

MAP OF THE NEW MIDDLE EAST

GreaterM-Project

The following map was prepared by Lieutenant-Colonel Ralph Peters. It was published in the Armed Forces Journal in June 2006, Peters is a retired colonel of the U.S. National War Academy. (Map Copyright Lieutenant-Colonel Ralph Peters 2006). https://www.globalresearch.ca/plans-for-redrawing-the-middle-east-the-project-for-a-new-middle-east/3882

Statt dessen haben sie Hoffnungen darauf gesetzt.

Für Öcalan geht es bei dem Greater Middle East Projekt nicht um eine kriegerische Offensive des westlichen Imperialismus, um mit den sich im Schatten der Sowjetunion dort etablierten Nationalstaaten Libyen, Syrien, Irak, Iran, Afghanistan aufzuräumen und mit der “ Anmaßung“ Schluß zu machen, über die Bodenschätze (Öl) ihrer Länder selbst zu bestimmen, damit diese wieder unter Kontrolle des westlichen Imperialismus gebracht werden. Für ihn ist das Greater Middle East Projekt

notwendig und realistisch“ (um) „das gesellschaftliche Gefüge aus dem Klammergriff des Despotismus (zu) befreien.“

So identifiziert sich Öcalan mit der Ideologie des Imperialismus, der die Regierungschefs der Länder, deren Souveränität er abschaffen will, zu Despoten deklariert . Seine Blauäugigkeit geht soweit, daß er meint , der Imperialismus hätte ein Problem mit der

„ extreme(n) Verarmung der Bevölkerung der Region „ (und es ginge dabei um) „ökonomische Entwicklung, individuelle Freiheiten, Demokratisierung und Sicherheit „

Das Greater Middle East Project, (…), beruht auf jüngsten Analysen des Imperialismus seit 1990 und ist der Versuch, aktuelle Probleme zu lösen. Es geht davon aus, dass die von Frankreich und England nach dem I. Weltkrieg errichtete Ordnung Fehler enthält und den heutigen Anforderungen nicht länger genügt. Es findet sich sogar eine selbstkritische Haltung. So wird es mittlerweile als Fehler angesehen, nach dem II. Weltkrieg im Namen von Sicherheit und Stabilität den Despotismus gefördert zu haben. Die extreme Verarmung der Bevölkerung der Region wird als schädlich und gefährlich für das System eingestuft. Daher sollen ökonomische Entwicklung, individuelle Freiheiten, Demokratisierung und Sicherheit gleichzeitig vorangebracht werden. Mit diesem Modell will man die chronisch gewordenen Probleme und Konflikte (Israel-Palästina, Kurden-Araber, Türkei, Iran) lösen, gleichzeitig das gesellschaftliche Gefüge aus dem Klammergriff des Despotismus befreien und so neue Explosionen verhindern. Es handelt sich um eine Art an die Region angepassten neuen Marshallplan, wie er seinerzeit für Europa umgesetzt wurde. Wenn die Region für das System sehr wichtig ist – und das ist der Fall – und gleichzeitig so etwas wie eine Phase des Chaos durchmacht, dann ist ein Projekt mit diesen Zielen notwendig und realistisch. Es kommt sogar reichlich spät“,   Abdullah Öcalan: Jenseits von Staat, Macht und Gewalt, hier zit. nach der deutschen 2.Auflage, Köln 2015, S.273

Für diese Illusionen werden die Kurden teuer bezahlen.
Der Gesellschaftsvertrag von Rojava aus dem Jahr 2014 http://civaka-azad.org/7-ausgabe-der-civaka-azad-infoblaetter/ gibt Zeugnis darüber ab, wie weit sich die Kurden schon von ihren revolutionären Zielen entfernt haben.

Der Demokratische Konföderalismus , wie er im Gesellschaftsvertrag von Rojava niedergelegt ist, unterscheidet sich grundlegend von der revolutionären Rätedemokratie. Die Arbeiter-und Sodatenräte, mit denen das Rojava- Projekt gerne verwechselt werden möchte, waren eine Organisationsform der revolutionären Arbeiter, die die Produktionsmittel übernommen hatten.

Privateigentum und Klassen

Im Gesellschaftsvertrag von Rojava ist das Privateigentum an Produktionsmitteln jedoch geschützt.

Artikel41:                                                                                                                                                                     Das Recht auf Eigentum und Privateigentum wird geschützt.Niemand darf der Gebrauch des eigenen Eigentums verweigert werden. Niemand darf enteignet werden.

Solange die Ökonomie nach den Grundsätzen des Privateigentums organisiert bleibt, sind die rätedemokratischen Strukturen nur ein politischer Rahmen, während die wirkliche Macht denjenigen gehört, die den Reichtum der Gesellschaft besitzen.

Solange die Eigentumsverhältnisse nicht angetastet werden, ist der Kapitalismus nicht in Frage gestellt. Eine Rätedemokratie, die alleine in der politische Späre verbleibt, kann sich sehr gut mit dem Kapitalismus vertragen , denn die Abtrennung der politischen Sphäre von der Ökonomie, die nach Maßgabe des Privateigentums organisiert ist, ist das Grundprinzip des kapitalistischen Staates. In der rein formalen politischen Sphäre, als Staatsbürger, werden die Menschen als Gleiche behandelt:

Artikel6:                                                                                                                                                                 In den demokratisch-autonomen Verwaltungen ist jedes Individuum und jede Organisation vor dem Recht gleich.

Die Realität der Gesellschaft ist eine andere, nämlich eine Klassengesellschaft, in der die herrschende Klasse Privateigentümer des Reichtums der Gesellschaft ist, welche die Klasse der Eigentumslosen, die nichts haben außer ihrer Arbeitskraft, ausbeutet. Die Behandlung von Kapitalisten und Arbeiter als gleiche Rechtssubjekte ist die Form , in der im Kapitalismus der Klassengegensatz organisiert und zugleich verschleiert wird. Mit der Behandlung als Privateigetümer – jeder hat die gleichen Rechte- wird von den Klassen, der realen Ungleichheit abstrahiert. Denn auch die Eigentumslosen gelten als Privateigentümer , als Besitzer der Ware Arbeitskraft.  Es wird nicht danach gefragt , wieviel Privateigentum einer hat, wie er es erworben hat. Das Wort Ausbeutung kommt nicht vor .Von Klassen hört man nichts in diesem Gesellschaftsvertrag. Es wird so getan, als ob diese nicht existieren würden.Weit davon entfernt Lohnarbeit in Frage zu stellen, wird diese vielmehr geschützt.

Konkurrenz und Lohnarbeit werden geschützt

Artikel 42:  Das wirtschaftliche System in den demokratisch-autonomen Verwaltungen basiert auf gesellschaftlicher Entwicklung,  Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit der Produktion sowie den wissenschaftlich-technologischen Möglichkeiten. Der Zweck der Entwicklung der Produktion und der ökonomischen Entwicklung beruht auf den menschlichen Bedürfnissen und dem Ziel, ein würdevolles Leben zu ermöglichen. Die demokratisch-autonomen Verwaltungen dulden eine legitime wirtschaftliche Konkurrenz und den Grundsatz, dass alle gemäß ihrer Arbeit entlohnt werden. Wirtschaftliches Horten in einer Hand (Monopolbildung) ist verboten. Nationale Produktionsmittel werden geschaffen.

Daß alle gemäß ihrer Arbeit entlohnt“ werden ist das Prinzip der kapitalistischen Lohnarbeit.                      Nationale Produktionsmittel“ werden geschaffen. Die hat es hier auch in Deutschland in Form der Bahn und Post gegeben. Solange der Umfang der Verstaatlichung offen bleibt , handelt es sich nicht um eine Infragestellung des Kapitalismus.                                                                                                            Wirtschaftliches Horten in einer Hand (Monopolbildung) ist verboten.“ Auch ist in unserer Verfassung ist Monopolbildung verboten.

Kein anarchistisches sondern sozialdemokratisches Programm

Alles in Allem handelt es sich hier um ein sozialdemokratisches Programm, das den Kapitalismus nicht grundlegend in Frage stellt und die Bezeichnung anarchistisch nicht verdient.

Bodenschätze

Artikel 39: Alle Bodenschätze und natürlichen Ressourcen gehören der gesamten Gesellschaft. Ihre Nutzung, Verarbeitung und Gebrauch wird durch Gesetze geregelt.

Artikel 40: In den demokratisch-autonomen Verwaltungen gehört jeglicher Grundbesitz und Boden der Bevölkerung. Nutzung und Aufteilung werden durch Gesetze geregelt.

Da die Gesetze das Privateigentum in den Mittelpunkt stellen , werden Privateigentümer Nutznießer der Bödenschätze. Das steht im diametralen Gegensatz zu der Aussage, daß Bodenschätze der gesamten Gesellschaft gehören. Bisher ist der Griff der Imperialisten nach den Bodenschätzen nocht nicht offensichtlich. Schließlich braucht man noch die Illusionen der Kurden, die für ihr revolutionäres Projekt ihr Leben geben. Die militärischen Angriffe durch die Türkei und durch die Islamisten, die beide  mit der USA kooperieren, gegenüber denen sich die USA als Schutzmacht für die Kurden aufspielt, geben den Erpressungsrahmen ab für die Verteilung der Bodenschätze im Sinne der Imperialisten.

Gewaltenteilung

Artikel 13: Durch diesen Vertrag wird die gesellschaftliche Gewalt in die gesetzgebende, rechtsprechende und exekutive Gewaltgeteilt (Prinzip der Gewaltenteilung).

Artikel 63: Die unabhängige Justiz ist der Grundstein der Gerechtigkeit. Sie repräsentiert das Gewissen und die Moral der Bevölkerung.

Die Abtrennung von Moral und Gewissen von der Bevölkerung ist Ausdruck davon, daß die Gesellschaft selbst ohne Moral und Gewissen funktioniert und die Moral in eine gesonderte Institution ausgelagert wird, wie es beim kapitalistischen Staat der Fall ist.

Was gut und was schlecht ist, entscheiden die Menschen nicht selbst. Diese Kompetenz ist in die Justiz ausgelagert, die nach dem Recht des Privateigentums entscheidet.

Vörläufer dieser Abtrennung sind die patriarchalen Religionen, insbesondere die abrahamitischen Religionen, in denen eine „heilige Schrift“ ,die Propheten, oder die Kirche den Menschen vorschreibt , was gut und was böse ist und dabei allesamt den Krieg als heilige Aufgabe definieren. (Besonders deutlich im alten Testament). Im säkularen kapitalistischen Staat sagt das Rechstsystem , was richtig und falsch ist.

Der Gesellschaftsvertrag von Rojava ist voll von den illusionären Idealen des kapitalistischen Staates.

Der einzige Unterschied besteht darin, daß es nicht ein zentralistischer Staat sein soll, sondern ein kommunaler Föderalismus.

In diesem Gesellschaftsvertrag sind die antikapitalistischen, revolutionären Ideen, die wir in Öcalans Schrift „Jenseits von Staat Macht und Gewalt“ finden, schon weitgehend revidiert, ein Prozeß der noch anhalten wird , da die Kurden in immer größere Abhängigkeit von ihrem vermeintlichen Beschützer die USA geraten werden, solange sie sich nicht grundlegend von diesem lossagen.

Artikel 12: Die demokratisch-autonome Verwaltung ist Teil eines nicht zentralistisch organisierten zukünftigen Syriens und dessen Vorbild. Ein föderales System ist das passendste Modell für Syrien, und das Verhältnis zwischen den autonomen Verwaltungen und der Zentralregierung

Dies ist ein expansionistisches Konzept , das mit revolutionärer Befreiung der syrischen Gesellschaft nichts zu tun hat. Es ist eine Anmaßung der Kurden ihr auf das US Militär gestützten Gesellschaftmodell , das auf den Illusionen des kapitallistischen Staates basiert, als Modell für ganz Syrien hinzustellen. Sie machen sich damit zum Handlanger des US-Imperialismus, der ebenfalls Rojava als Modell für ganz Syrien sieht:

David Sutterfield (U.S. Sectretary of state ) sagte am 15.Jan 2018 :

Wir werden Syrien nicht verlassen. Wir bleiben aus verschiedenen Gründen:

      • Stabilisierung und Unterstützung im Norden und Nord-Osten.

      • Schutz unserer Verbündeten, der SDF, die so vorbildlich gegen ISIS gekämpft haben,

      • versuchen helfen, die politischen Strukturen in diesem Bereich zu einem Modell für den Rest von Syrien zu transformieren“ Sutterfield  https://www.rt.com/news/415894-turkey-us-syria-border-force-threat/

Die Rosa Luxemburg Stiftung geht noch weiter und fragt:RLS-Rojavahttps://newstral.com/de/article/de/1024332264/rojava-ein-alternatives-modell-für-

Der kommunale Föderalismus, der die kapitalistische Eigentumsordnung nicht tangiert, ist die passende Struktur für den westlichen Imperialismus, der bestehende Staaten und Nationen zerstört und  nicht mehr auf das Konzept des Nationalstaates setzt , weil er sich als Weltstaat etablieren will.

 Die Frauenemanzipation in Rojava wird in einem gesonderten Artikel behandelt werden.

Ist Lukas Zeises Geldtheorie marxistisch?

Lukas Zeise, der in Deutschland in weiten linken Kreise als Experte für marxistische Geldtheorie gilt, reklamiert für sich den hohen Anspruch, die Marxsche Geldtheorie zu „komplettieren“ . Es ist

sinnvoll, sich auch zur Erklärung des Geldes und des Finanzkapitals auf Marx zu besinnen. Leider nur hat Marx zum Geld zwar viel gesagt, die Rolle des Geldes im kapitalistischen System aber nicht mehr vollständig ausgearbeitet. Man muß Marx also komplettieren. Das soll hier kurz versucht werden.“ Freidenker Nr.1-12 März 2012, S.24

Diese Komplettierung der Marxschen Geldtheorie resultiert in der Aussage,

daß Geld von Anfang an und seinem Wesen nach nicht nur allgemeines Äquivalent, also Tauschmittel, sondern zugleich Medium der Kreditvergabe war, das Zins trägt. Das Zinsverbot im europäischen Mittelalter und im Islam gegenüber dem Zins beweisen nicht das Gegenteil. Vielmehr deutet die Tatsache, daß der Zins als Skandal empfunden und bekämpft wird darauf hin, daß der Zins in der Geldwirtschaft ebenso real und mindestens so unvermeidbar isr wie das Laster.“ Freidenker Nr.1-12 März 2012, S.26

Diese Legitimation des Zinses, der hier wie das Laster als zur Natur des Menschen gehörig erklärt wird, den es angeblich schon immer gegeben hat, steht im diametralen Gegensatz zur Marxschen Kritik am Zins, der nachgewiesen hat, daß sich hinter der Formel des Zinses G G` die Ausbeutung der Arbeiterklasse verbirgt, das Finanzkapital eine Abteilung der Kapitalistenklasse darstellt , von der sich die Menschheit mit der Abschaffung der Ausbeutung und der Klassengesellschaft befreien wird.

Die Ansinnen von Lukas Zeise geht in die entgegengesetzte Richtung.

Als Argument , daß es den Zins schon immer gegeben hat, führt er folgendes an:

Vermutlich tritt Zins zuerst im Zweistromland auf. Als Geld fungierte- wohl nebeneinander- Gerste und Kupfer. Dabei wurde Kupfer vorwiegend im Fernhandel benutzt, Gerste im Kernbereich des babylonischen Städte- und Bauernstaates. Gleichzeitig tritt damals – im 3.Jahrtausend vor unserer Zeitrechnung – der Kredit auf, der von Banken oder bankähnlichen Institutionen vergeben wurde und Zins trug.“ S.25

Sehen wir uns an, wie die „Banken oder bankähnlichen Institutionen im Zweistromland im 3.Jahrtausend vor unserer Zeitrechnung aussahen:

Wir haben es hier mit der entscheidenden Zeitenwende in der Menschheitsgeschichte zu tun, von der Zeitepoche einer friedlichen, klassenlosen Gesellschaft (Matriarchat), die ursprüngliche Form des menschlichen Zusammenlebens, hin zu einer Zeitepoche einer auf Krieg und Ausbeutung basierenden Gesellschaft ( Patriarchat).

In seinem Buch The Mystery of Money verfolgt er die Entwicklung zweier konkurrierender Währungssysteme, wobei das eine auf geteiltem Überfluß basiert und das andere auf Knappheit Habgier und Schulden. Das erste System ist charakteristisch für die Matriarchate. Das zweite für die kriegerischen Patriarchate, die gewaltsam die Matriarchate ersetzt haben.“

Ellen Brown: „Der Dollar Crash: Was Banker Ihnen nicht erzählen – Die schockierende Wahrheit über die US-Notenbank, unser Währungssystem und wie wir uns von ihm befreien können“
https://www.amazon.de/Dollar-Crash-schockierende-US-Notenbank-W%C3%A4hrungssystem/dp/3938516690

Ellen Brown zitiert hier Bernard Lietaer „The Mystery of Money“.  Sie beschreibt weiter die unterschiedliche Funktion von Kredit und Zinsen in den gegensätzlichen Gesellschaftssystemen:

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Ellen Brown: Der Dollar Crash,   S.85, 86

Sehen wir, was Lukas Zeise dazu schreibt:

Das Verleihen von Gegenständen, vorwiegend Arbeitsmitteln, Arbeitstieren, Arbeitskräften(Sklaven) oder Saatgut, dürfte in Gesellschaften, die noch wenig arbeitsteilig organisiert waren, bereits lebhafte Praxis gewesen sein. Ebenso ist das Verleihen von nützlichen Gegenständen mit einer Gegenleistung durch den vom verliehenen Gut Begüstigten verknüpft. …..Im Zweistromland scheint sich das Verleihen ganz gezielt auf das Verleihen des allgemeinen Äquivalents -Gerste – bezogen zu haben. Die Gegenleistung erfolgte ebenfalls in diesem „Geld“, sodaß von einem regulären Kreditgeschäft und Zinsen gesprochen werden kann. Die verleihenden Instituttionen waren demzufolge Banken, die allgemeines Äquivalent verliehen und im selben Äquivalent Zins und Tilgung kassierten.“.S.26

Die famose Gleichsetzung der auf Privateigentum basierenden Banken, bei denen nicht zahlungsfähige Schuldner versklavt werden mit dem matriarchalenTempel-Zinssystem , wo nicht zurückgezahlte Schulden von der Gemeinschaft übernommen werden, ist eine bodenlose Ignoranz , die durch nichts anderes motiviert ist, als das ausbeuterischen Zinssystem als überhistorische Naturtatsache zu legitimieren.

So wie es ausbeuterische Zinsen für ihn schon immer gegeben hat, so gab es für ihn auch schon immer Skaven. Sklaven gab es jedoch erst nach Einführung des Privateigentums.

Und erst nach der Abschaffung des auf Gemeinschaftseigentum basierenden Tempelsystems wurden historisch die Zinsen in unorganischen Mitteln, z.B. Münzen, dem allgemeinen Äquivalent, zurückgezahlt .

Das wissen wir auch von Karl Marx :

Der Klassenkampf der antiken Welt z.B. bewegt sich hauptsächlich in der Form eines Kampfes zwischen Gläubiger <150> und Schuldner und endet in Rom mit dem Untergang des plebejischen Schuldners, der durch den Sklaven ersetzt wird. Im Mittelalter endet der Kampf mit dem Untergang des feudalen Schuldners, der seine politische Macht mit ihrer ökonomischen Basis einbüßt. Indes spiegelt die Geldform – und das Verhältnis von Gläubiger und Schuldner besitzt die Form eines Geldverhältnisses – hier nur den Antagonismus tiefer liegender ökonomischer Lebensbedingungen wider. http://www.mlwerke.de/me/me23/me23_109.htm#Kap_3_3_b

Münzen, das allgemeine Äquivalent, setzen den Staat und damit die Existenz des Privateigentums voraus. Um sein Dogma, daß das Verhältnis von Gläubiger und Schuldner ein überhistorisches Naturverhältnis sei, zu untermauern , erklärt er kurzerhand die Gerste zum allgemeinen Äquivalent:

Aus dem Kredit, der eine Gegenleistung erfordert, ergibt sich diese Selbstverwertungseigenschaft des Geldes, die freilich ihrerseits zur Voraussetzung hat, dass das jeweilige Geld anerkanntes Zahluns-und Tauschmittel in der Gesellschaft ist. Denn wenn die Bank zwar 2000 Scheffel Gerste verleiht, dafür aber als „Zins“ Runkelrüben oder Ochsen zurückerhält kann von einer Vermehrung derselben Art und einer Selbstvermehrung nicht gesprochen werden.“ S.26

Diese idealistische Argumentation will aus dem Begriff des Kredits , der angeblich per se eine Gegenleistung erfordert – dies ist der Schein von GG`wobei Geld vorausgestzt ist, was hier nicht der Fall war- ableiten,  daß Gerste allgemeines Äquivalent war. Die Absurdität dieser Behauptung ist offensichtlich, denn dann müßte jedes Gut , auch die Kuh und andere Getreidesorten allgemeines Äquivalent gewesen sein. Wohlweislich unterschlägt er, daß nicht nur Gerste im Tempelsystem ausgeliehen und mit „Zinsen“zurückgezahlt wurde, sondern auch die Kuh und andere Getreidesorten. Dann wäre sein Konstrukt, mit dem er Gerste zum allgemeinen Äquivalent umtaufen will,  zu offensichtlich. Die Herkuft des Begriffs „Zins“ vom sumerischen Wort für Kalb erwähnt er lieber nicht, weil das im Widerspruch zu seier Deklaration von Gerste zum allgemeinen Äquvalent steht.

Die „Selbstverwertung“ der Gerste ergibt sich nicht daraus, daß Gerste zum Kredit wurde und eine Gegenleistung erfordert, sondern die Natur sorgt dafür, daß wesentlich mehr Gerste wächst , als ausgesät wurde , so daß dies für die Ernährung der Anbauenden reicht und darüberhinaus ein Teil für die Gemeinschaft übrig bleibt. und die natürliche Fortpflanzung einer Kuh mehrere Kälber zum Resultat hat, so daß ein Kalb über den Verzehr der Züchtenden hinaus als „Zins“ abgegeben werden kann.

Diese natürliche Vermehrung ist der Grund dafür , daß der „Ausleihende „ Gerste“ in den Gemeinschaftsfond zurückgibt und nicht weil Gerste Kredit wurde. Schon gar nicht bedarf es der Anerkennung der Gerste als „ anerkanntes Zahluns-und Tauschmittel in der Gesellschaft“ damit Gerste zurückgegben wird und nicht etwas anderes.

Diese „Schlußfolgerung“ Zeises, daß Gerste allgemeines Äquivalent gewesen sein muß, verdankt sich einzig und allein seiner Vermischung von G’G mit dem  vom Wesen her verschiedenen Tempel- „Kredit“.

Unter den Bedingungen des Gemeinschaftseigentums hat Leihen eine andere Bedeutung als unter Bedingungen des Privateigentums , weil derjenige der sich Gerste „leiht“ als Mitglied der Gemeinschaft auch Besitzer des Gemeinschafteigenttums ist. Er bekommt lediglich einen Teil des Gemeinschaftseigentums zur eigenen Bewirtschaftung um für seine eigene Reproduktion zu sorgen und sein „Zins“ ist der Beitrag den er zum Gemeinschaftsprodukt beisteuert. Auch der Zins gehört nicht einem anderen Privateigentümer , sondern das Gemeinschaftssprodukt , zu dem jeder beisteuert, gehört der Gemeinschaft und somit auch ihm.

Der „Zins“ unter den Bedingungen von Gemeinschaftseigentum hatte ebenfalls eine andere Bedeutung. Ein Gesellschaftmitglied bekam aus dem Gemeinschaftseigentum eine Kuh oder Gerste zur Bewirtschaftung auf gemeinschaftlichen Feldern , konnte davon leben und gab ein Kalb oder einen Teil der geernteten Gerste wieder in den Gemeinschaftspool zurück. Der „Zins“, war ein Instrument der Verwaltung des Gemeinschaftseigentums.

Der Zins erscheint als überhistorischen Naturkonstante nur dann, wenn man vom dem wesentlichen Unterschied in den Eigentumsverhältnissen zwischen der kapitalistischen auf Privateigentum und Staat beruhenden Ausbeutungsgesellschaft und einer auf Gemeinschaftseigentum herrschafts-und ausbeutungsfreien matriarchalen Gesellschaft absieht. Das hat mit Marxismus nichts zu tun.

Für jemanden, der sich Marxist nennt, müßte dieser grundlegende Unterschied zwischen dem Matriarchat zu dem darauf folgenden patriarchalen Gesellschaftssystem des Privateigentum und des Staates, den Engels in „Der Ursprung der Familie, des Privateigentums und des Staates“ analysierte, bekannt sein.

die Abstammung nach Mutterrecht …….. also mußte umgestoßen werden, und sie wurde umgestoßen. ………….diese Revolution -(ist) eine der einschneidendsten, die die Menschen erlebt haben ……. Wie sich diese Revolution bei den Kulturvölkern gemacht hat, und wann, darüber wissen wir nichts. Sie fällt ganz in die vorgeschichtliche Zeit“

http://www.mlwerke.de/me/me21/me21_036.htm

Diese „einschneidensten Revolution“ in der Menschheitsgeschichte vom Mutterrecht zum Vaterrecht, die Privateigentum und Staat hervorgebracht hat , von der wir heute mehr wissen als zu Marx Zeiten leugnet der angebliche Marxist Lukas Zeise.

Es ist ein blanker Hohn das Tempelsystem in matriarchalen Gesellschaften mit dem ausbeuterischen Kreditsystem, den Banken der Klassengesellschaften gleichzusetzen.

Der Zins wird zu einem menschlichen Laster

Wie für alle bürgerlichen Apologeten, für die Ausbeutung und Privateigentum Naturtatsachen sind, ist es für ihn nicht anders denkbar, als daß die matriarchalen verleihenden Institutionen der Gerste Privateigentümer waren , die sich den Zins in die private Tasche steckten.

Die Verwandlung der Auseinandersetzung zwischen Gläubiger und Schuldner, die für Marx eine Form des Klassenkampf war, zu einem religiösen Kampf des Menschen gegen die lasterhafte Menschennatur, dem sündigen Menschen ist nur folgerichtig

Das Zinsverbot im europäischen Mittelalter und im Islam gegenüber dem Zins beweisen nicht das Gegenteil. Vielmehr deutet die Tatsache, daß der Zins als Skandal empfunden und bekämpft wird darauf hin, daß der Zins in der Geldwirtschaft ebenso real und mindestens so unvermeidbar ist wie das Laster.“

Marx schreibt dagegen:

Der Klassenkampf der antiken Welt z.B. bewegt sich hauptsächlich in der Form eines Kampfes zwischen Gläubiger und Schuldner und endet in Rom mit dem Untergang des plebejischen Schuldners, der durch den Sklaven ersetzt wird. Im Mittelalter endet der Kampf mit dem Untergang des feudalen Schuldners, der seine politische Macht mit ihrer ökonomischen Basis einbüßt.“ Karl Marx Das Kapital Band 1, S.150 http://www.mlwerke.de/me/me23/me23_109.htm#Kap_3_3_b

Das Zinsverbot im Feudalismus ist eine Reaktion auf den Klassenkampf zwischen Gläubiger und Schuldner im römischen Reich. Die Ausbeutung über den Zins und die Inflationierung des Geldes führte zum Untergang des Römischen Reiches, zum Zusammenbruch des Geldsystems und Übergang zur feudalen Naturalwirtschaft. Der Klassenkampf mit den vielen Sklavenaufständen wurde religiös kanalisiert und führte mit dem Zinsverbot zur politischen Herrschaft des Christentums.

Für L.Zeise gibt es dagegen kein reales Ausbeutungs-Problem zwischen Gläubiger und Schuldner, sondern, wie bei apologetischen bürgerlichen Theoretikern üblich, wird das Problem versubjektiviert. Für ihn gibt es nur eine subjektive Empfindung, den Zins als Skandal aufzufassen. Der Klassenkampf wird zu einem innersubjektiven, religiösen Kampf des Menschen gegen seine lasterhafte Natur.

Ein bürgerlicher Apologet in marxistischem Gewandt

Es bedarf dazu nicht der These , daß es sich bei den Zinszahlern oder den Zinsempfängern dieser Gesellschaften um Kapitalien oder Kapitalisten gehandelt hat. Festzuhalten ist nur, daß die Verfügungsgewalt über Eigentum bereits in frühen Marktgesellschaften- eben mit dem Entstehen des Geldes- die Eigentümer zur Aneigung von durch andere erarbeitetes Mehrprodukt befähigt hat.“S.26

Dafür hat Zeise keine Beweise gebracht außer der Geschichtsverfälschung, die er mit seinem vorgefaßten Dogma von der Ewigkeit von Privateigentum und Ausbeutung fabriziert.

Während Marx mit seiner Kritik der Arbeitswertlehre von Smith und Ricardo die Existenz des Mehrwerts entlarvt und die Ausbeutung der Arbeiter durch diejenigen anprangert, die Verfügungsgewalt über Eigentum haben, verwendet Zeise diese marxistische Terminologie für einen gegenteiligen Zweck, nämlich um die Verfügungsgewalt über Eigentum und die Aneignung von fremden Mehrprodukt zu einem unumstößlichen, überhistorischen Gesetz zu erklären.

Er erweist sich als Theoretiker der herrschenden Klasse, der sich einen marxistischen Anstrich gibt, um Marxanhänger mit apologetischer bürgerlicher Ideologie unschädlich zu machen.

Der Kampf zwischen Gläubiger und Schuldner im Feudalismus, der

„mit dem Untergang des feudalen Schuldners, der seine politische Macht mit ihrer ökonomischen Basis einbüßt“,( Karl Marx Das Kapital Band 1, S.150 http://www.mlwerke.de/me/me23/me23_109.htm#Kap_3_3_b)

führte zur politischen Herrschaft des Gläubigers. Diese politische Entmachtung der feudalen Herrschaft war nicht Gegenstand der Marx’schen Analyse, wie überhaupt eine marxistische Staatstheorie fehlt. Es ist also notwendig, die marxistische Theorie zu „komplettieren“. Diese bestehende Lücke benutzt L. Zeise, um seine Apologie des Finanzkapitals als Komplettierung der Marxschen Theorie zu inszenieren.

Die Gläubiger waren so reich und mächtig geworden, daß sie in der Lage waren, den feudalen Herrschern die Geldschöpfungshoheit zu entreißen, was in England bereits 1694 mit der Gründung der privat geführten „Bank of England“ eingeleitet wurde. Die Naturalwirtschaft des Feudalismus wurde abgelöst durch ein neues Geldsystem, das auf dem Kredit basierte.

Mit Verpfändung und Verkauf und damit letztlich mit der Aufgabe des Rechts auf eigene Münzprägung gibt der Adel seine Geldschöpfungshoheit auf. Er tut dies nicht freiwillig, sondern wird vom geldhortbesitzenden Patriziat geradezu in die Rolle des Schuldners hineingedrängt. Denn der als Gläubiger zum Geldadel aufsteigende Kaufmannsbankier kann sein totes Kapital nur dann zu rentablem – Zins abwerfenden – Vermögen machen, wenn er einen Schuldner findet, dem er sein überflüssiges Geld gegen Zinsverpflichtung aufdrängen kann. Indem der Adel vom Geldschöpfer zum Kreditnehmer wird, verschwindet das auf freier Münzprägung basieren- de Geldsystem. Genauso gut lässt sich allerdings auch sagen: indem der Adel sein Recht auf freie Münzprägung quasi verspielt, wird er gezwungenermaßen zum Schuldner der Geldbesitzer. Staatsverschuldung und der Aufstieg des Kreditgeldsystems gehen gewissermaßen Hand in Hand. Ausgangs- punkt ist jedoch weniger der Kreditbedarf des Staates, als vielmehr der Geldüberhang des Patriziats. Indem dieses einen Teil des durch stetige Münzprägung immer mehr werdenden Geldes durch Hortung aus dem Ver- kehr zieht, stabilisierte es zwar einerseits das Geldsystem, da die Geldabschöpfung Inflation verhindert, anderer- seits schaufeln eben diese Geldhorte den adligen und klerikalen Geldschöpfern das Grab. Mit der Geldakkumula tion kehrt das Eigentum zurück, da die Geldhorte in der Lage sind nicht nur Waren, sondern eben auch Nicht- waren, wie Boden und Regalien, d.h. Steuerrechte u.ä. zu kaufen. Das römische Eigentumsrecht war mit dem Verfall des römischen Geldwesens mehr und mehr durch ein feuda les Lehnrecht ersetzt worden, so wie Geldsteuern mehr und mehr durch Naturalabgaben ersetzt wurden. Mit der Ausweitung der Münzprägung unter den Ottonen konnten sich jedoch erneut Geldhorte bilden, durch die das Potential zum Eigentumskauf entstand. Nicht zufällig kehrt daher im Gefolge der Ausweitung des Geldhandels auch das Vertragsrecht mit seinem Kernstück, dem Eigentumsrecht zurück.(194)So verliert der Adel mit seinem Geldschöpfungsrecht sukzessive auch seinen Grundbesitz. Denn dieser wird als Kreditsicherheit verpfändet und geht infolge von Zahlungsunfähigkeit Stück für Stück an das Patriziat bzw. das Großbürgertum über. Weil Geldbeschaffung im Kreditgeldsystem vor allem eine Frage der Kreditwürdigkeit ist, muss der vom Geld- schöpfer zum Kreditnehmer degradierte Adel seinen Grundbesitz Stück für Stück verpfänden. Wurden ihm alle Pfänder abgenommen, verlor er mit seiner Kreditwürdigkeit den Zugang zur Geldbeschaffung. Der Untergang des Ancien Régime war Folge des ökonomischen Machtverlustes des Adels. Das resultierte aus dem Verlust der Geldschöpfungshoheit und des Bodenbesitzes, wodurch letztlich die Kreditwürdigkeit des Adels schwand. Dem Prozess der ökonomischen Enteignung des Adels folgt seine politische Enthebung als Geldschöpfer auf den Fuß. Alle Versuche, den Prozess der Enteignung durch Schaffung rechtlicher Barrieren oder schlichten Despotismus aufzuhalten, müssen scheitern, weil jeder Versuch die Durchsetzung des Rechts des Gläubigers auf Übernahme des Pfands, durch Gewalt zu verhindern, letztlich die Kreditwürdigkeit des Schuldners reduziert. So stellte Josef von Sonnenfels 1776 fest: Je unbeschränkter also eine Monarchie ist, desto begränzter ist ihr Kredit: der Despotismus hat gar keinen.195 Damit neigte sich die Adelsherrschaft ihrem Ende zu. Doch der Verfall begann Jahrhunderte früher, zunächst unbemerkt. Als Könige spätestens im 12. Jahrhundert Münzrechte an Fürsten und Bischöfe verkauften,196 erwarben teilweise auch Städte das Münzrecht. Anders als Fürsten und Klerus war das Patriziat langfristig jedoch nicht an der Ausweitung der freien Münzprägung, sondern an der Abschaffung derselben interessiert, da es sich mit dem Wechsel ein eigenes Geldsystem neben dem Münzgeld geschaffen hatte. Bis zur vollständigen Durchsetzung dieses Geldsystems sollten allerdings noch Jahrhunderte vergehen. Letztlich fand die freie Münzprägung erst um 1900 ihr Ende. Damit und mit dem vorausgegangenen Verlust der Ländereien und Steuerrechte hatte das Ancien Régime seine Machtbasis verloren. Sein Untergang war so schleichend, wie zwingend. Doch wer sind die neuen Geldschöpfer? Formal gesehen sind es die aus den Notenbanken hervorgegangenen modernen Geschäftsbanken. Allerdings ist Geldschöpfung im Kreditgeldsystem kein autarker Akt eines sou-veränen Herrschers mehr, sondern das Resultat einer Transaktion zwischen Kreditnehmer und Kreditgewährer. Es ist kein Zufall, dass sich infolgedessen auch die politische Macht aufgesplittet hat. Die souveräne Adelsherrschaft wurde durch die interaktive Herrschaft gewählter Parlamente und privatwirtschaftlicher Geschäftsbanken ersetzt. Beide brauchen einander als Kreditnehmer und Kreditgeber. Beider Schicksal ist untrennbar miteinander verbunden, denn das Versagen des Geldsystems würde nicht nur die Banken, sondern auch den Staat entmachten, ein Versagen des republikanischen Staates würde hingegen die ökonomische Vormachtstellung der Geschäftsbanken beenden.“
Samirah Kenawi :                                                                                                                  Falschgeld, Die Herrschaft des Nichts über die Wirklichkeit         S.67-69
http://www.ewk-verlag.de/Ressourcen/Kenawi_Geschichte_des_Geldes.pdf

Damit wurde der Staat , der von den Krediten der privaten Gläubiger abhängig wurde, dem Finanzkapital untergeordnet. Das Finanzkapitals wurde zum eigentlichen Souverän der kapitalistischen Gesellschaft.
1790 sagte Mayer Amschel Rothschild:

Let me issue and control a nation’s money and I care not who writes the laws. https://www.youtube.com/watch?v=-STV57S-bvs

Hören wir dazu L.Zeise:

Zu wirklichem Vollgeld (und allgemeinem Äquivalent) wird Kredit erst dann, wenn die Bonität des Schuldners über jeden Zweifel erhaben ist oder zumindest die beste, die erhältlich ist. Banken erfüllen diese Voraussetzung besser als einfache Warenproduzenten oder kleine Kapitalisten. Banknoten sind das Resultat. Die Bonität der Emittenten wird zudem verbessert, wenn die Banken vom Staat besondere für Solidität bürgende Pflichten auferlegt bekommen und Privilegien erhalten- oder besser noch beides. Obwohl in der Geschichte des Geldes die Bonität der Notenbanken sich als keineswegs über jeden Zweifel erhaben erwiesen hat, hat Notenbankgeld (Kreditgeld) sich mit der Entwicklung der Kapitalverhältnisse als das bestimmende Moment der Beziehungen zwischen den Produzenten dem Metallstandard , der auf einer nicht zinstragenden Ware beruhte, als überlegen erwiesen.“ S.27

Weit davon entfernt, den Klassenkampf beim Übergang vom Münzgeld im Feudalismus, bei dem der Staat Geldschöpfer war zum kapitalistischen Kreditgeld , bei dem die Geldschöpfung in die Hand der Banken überging, aufzudecken und anzuprangern, läuft die Analyse Zeises auf eine Apologie des Finanzkapitals hinaus:

Die Durchsetzung des Kreditgelds , die vollständige Entmachtung anderer geldschöpfenden Instanzen als des privaten Bankkapitals , was Zeise die Durchsetzung des auf Kredit basierendes „Vollgeld“ bezeichnet führt er auf die „Bonität“ der Banken zurück. Dieser Verweis auf den Reichtum der Banken als Grund für die Durchsetzung des „zinstragenden Geldes“ ist eine apologetische Rechtfertigung des Ausbeutungsverhältnisses über den Zins, der die Banken so unermeßlich reich gemacht hat, daß sie in der Lage waren die Regierungen erfolgreich zu erpressen, um sich mit der Aneignung der Geldschöpfung die Kontrolle über das Geldsystem und den Staat zu sichern.

Den Klassenkampf der Gläubiger kann man beispielhaft in den USA verfolgen:
Den Privatbanken wurde vom amerikanischeschen Staat dieses Mandat gegen Ende des 18. Jahrhunderts zunächst nur befristet für 20 Jahre verliehen. Die großen englischen Banken kämpften mit allen Mitteln, Anzetteln von Kriegen, um die Regierung in Geldnöte zu stürzen und sie erpressbar zu machen , Erzeugung von wirtschaftlichen Depressionen durch Geldverknappung sowie Ermordung von Präsidenten. z.B. schuf Präsident Lincoln 1862 ein staatlich geschöpftes Geld – für selbst gedrucktes Geld braucht der Staat keine Zinsen zu bezahlen – und wurde ermordet. Auch John F. Kennedy, der 1963 mit der „Executive Order“ 11110 der Regierung die Kompetenz zurückgab, eigenes Geld zu drucken, ohne sich bei der FED zu verschulden, wurde 2 Monate später ermordet. Bei Zeise wird dieser Klassenkampf der Gläubiger ganz harmlos zu:
„Die Überlegenheit des zinstragenden Geldes hat sich erwiesen.“

Die dem Kapitalismus eigene „Geldschöpfung aus dem Nichts“ d.h. über der Kredit und die damit verbundene enorme Ausdehnung der Bereicherung durch die Banken ist für Lukas Zeise alles andere als ein Skandal:

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Geld- der vertrackte Kern des Kapitalismus, Lukas Zeise S. 92-94

Diese Behauptung , daß durch die Geldschöpfung aus dem Nichts niemand reicher wird, ist schon eine Unverfrorenheit.
Die Möglichkeit sich durch Zinsen zu bereichern ist durch die Kreditgeldschöpfung nicht mehr beschränkt durch die Geldmenge , die der Gläubiger hat, er schafft vielmehr erst das Geld , indem er es verleiht und streicht dafür Zinsen ein. Dies ist eine ungeheure Erweiterung der Ausraubung der Menschen über das KreditGeldsystem

Würden die Menschen das Geldsystem verstehen, hätten wir eine Revolution noch vor morgen früh.             Henry Ford   http://www.zitate-online.de/autor/ford-henry/

Nicht bei Lukas Zeise . Er erklärt die Geldschöpfung aus dem Nichts und der Skandal bleibt aus. Er entskandalisiert mit Fehr das Ganze , indem er ganz dreist behauptet, daß gar keine Bereicherung stattfinden würde, von der Kleinigkeit, daß der Gläubiger Zinsen einstreicht mal abgesehen , versteht sich. Wieso das Einstreichen von Zinsen keine Bereicherung sein soll, bleibt offen.  Mit dieser Leugnung der Ausbeutung über den Zins fällt er selbst hinter die rechten Geldtheoretiker zurück , die die Bereicherung des Finanzkapitals über den Zins vom Standpunkt der Nation anprangern .
Es handelt sich hier nicht um eine Komplettierung der Marxschen Geldtheorie , sondern um eine Amputierung derselben, die die prinzipielle Gegnerschaft von Marx gegen Ausbeutung zurücknimmt. Es wird Zeit, daß die Linke diese Verdummung zurückweist und den angeblichen Marx-Experten von seinem Thron wirft.

Die politischen Folgen, einem bürgerlichen Apologeten als Experten in marxistischer Geldtheorie zu huldigen, liegen ganz im Interesse der herrschenden Klasse.

Es ist verheerend, daß die Kritik an der Geldschöpfungshoheit der Privatbanken heute in Deutschland nicht von den Linken kommt. Heute gibt es Auflkärung in Deutschland was Krieg und Finanzkapital anbetrifft nur von Kräften, von denen das Finanzkapital nichts zu befürchten hat.
…….. (Es) wird in linken Kreisen alles dafür getan , daß Kritiker des Finanzkapitals isoliert werden, was in Deutschland bisher gelungen ist. Wir haben erlebt, wie Diskussionen über diese Thema abgebrochen wurden, weil es in linken Kreisen schon als anrüchig gilt , von Geldschöpfung überhaupt zu reden, da man befürchtet, man könne sich in Widerspruch zur Marx’schen Wertheorie begeben. Wir wurden 2014 aus dem Syrienkomitee ausgeschlossen, weil wir über die Rolle des Finanzkapital als Kriegsverursacher im Nahen Osten zur Aufrechterhaltung des Petrodollar aufklären wollten , und von dem als Experten in marxistischer Geldtheoretie geltenden Lukas Zeise , der regelmäßig in der „junge Welt“ schreibt und der als Autorität angerufen worden war, beschieden wurde:

„ es ist abwegig, aus der Frage, ob Öl und andere Rohstoffe in Dollar gehandelt werden oder nicht, riesige Theorien zu veranstalten.“

Mit dieser Autorität im Rücken wurde dann unsere Forderung nach Diskussion über die strittige Frage  „Die Herrschaft des internationalen Finanzkapitals steht und fällt mit dem Dollar als Weltwährung.“zum eigentlichen Skandal, der schließlich zum Ausschluß führte.“
https://occupyfrankfurt.net/2016/07/26/93141/

Rauschmiss4

 Eine Kritik an EllenBrowns Geldtheorie finden Sie hier: https://asambleasueberall.files.wordpress.com/2014/09/geldundkrieg.pdf

Entlarvt: NoFragida auf der Seite der Islamisten

Die Befreiung von Aleppo, die am 15.12.16 zum Abschluß kam, hat bei NoFragida ein derartiges Entsetzen ausgelöst, daß sie fast zeitgleich zur FSA und Mili Görus zu einer Kundgebung aufgerufen haben. aufruf-fsa

fsa-fahne

Daß Islamisten und Faschisten sich empören, wenn ihre islamistischen Kämpfer in Syrien eine Niederlage erleiden, war zu erwarten.
Wenn Menschen mit einem antifaschistischen Selbstverständnis dies tun, wirft das Fragen auf, auf welcher Seite sie eigentlich stehen und zeigt, daß es mit ihrem Antifaschismus nicht weit her sein kann.
Für beide ist der Sieg der syrischen Regierung über die Islamisten in Ost-Aleppo keine Befreiung der Bevölkerung von Islamisten. Nein , es ist eine Katastrophe, Aleppo ist gefallen.
Wer eine solche Meinung vertritt, steht auf der Seite der westlichen Kriegstreiber, die mit Hilfe islamistischer Söldner seit 2011 in Syrien einen verdeckten Krieg führen.
Das hat mit linker Politik nichts mehr zu tun.
Für sie ist es eine Katastrophe, daß die Islamisten, die mit Hilfe der USA, Frankreich, Großbrittanien und seit 2015 auch Deutschland Syrien überfallen und besetzt haben, in Ost-Aleppo geschlagen wurden. Daß die Bevölkerung  dort unter die Sharia gezwungen wurde,  in Ostaleppo als menschliche Geiseln benutzt wurden und sie nicht aus der Stadt  fliehen durften, ist für sie kein Problem.

Ihr Problem ist Assad. Sie sind entsetzt angesichts der Niederlage des westlichen Imperalismus.

„Ein Zivilisationsbruch wie Guernica, Srebrenica, Ruanda: Die Schlacht um Aleppo macht deutlich, dass Diktatoren ungeschoren davonkommen. Despoten in aller Welt dürften sich geradezu ermuntert fühlen.”

https://www.facebook.com/notes/nofragida/die-zeit-ist-aus-den-fugen/742590515916317

aufruffragida
Sie scheuen sich nicht, den Widerstand im spanischen Bürgerkrieg mit den islamistischen Kämpfern in Aleppo gleichzusetzen und die deutschen Luftangriffe auf Guernika mit der legitimen Verteidigung der syrischen Armee gegen imperialistische Intervention.Diese bodenlose Geschichtsverfälschung hat mit einem linken Selbstverständnis nichts zu tun.

Assad ist demnach also ein Diktator und muß mittels einer ausländischen Intervention gestürzt werden. Das verstehen unsere antifaschistischen Freunde von NoFragida unter Revolution.
Haben sie jemals darüber nachgedacht, daß Assad zu einem Diktator dämonisiert wurde , weil der Westen beschlossen hat, die Grenzen im mittleren Osten gemäß ihrer geostrategischen Interessen neu zu ziehen?
Kann man von Leuten , die ein linkes Selbstverständnis haben, erwarten, entsprechende Lügen in den Medien, um die imperialistischen Kriege zu legitimieren, kritisch zu hinterfragen?     Bei No Fragida anscheinend nicht.

Die Pläne der USA zur Herstellung von Chaos und Gewalt im mittleren Osten um die Staaten zu destabilisieren , die Regierungen zu stürzen und die Grenzen gemäß der eigenen geostrategischen Interessen neu zu ziehen sind schon viele Jahre alt, und wurden 2006 umbenannt vom Greater Middle East Project in the New Middle East Project. Dabei geht es um eine “Neuordnung” des ganzen Bogens vom Libanon über Irak, Syrien, Iran bis nach Afghanistan, die Bedingungen für Kriege zu schaffen um die Länder zu balkanisieren , d.h. aufzuteilen.
http://www.globalresearch.ca/plans-for-redrawing-the-middle-east-the-project-for-a-new-middle-east/3882

https://www.youtube.com/watch?v=TnkaZFxO3zY

Haben sie jemals darüber nachgedacht, daß eine ausländische Intervention mit islamistischen Terroristen mit einer Befreiungsrevolution rein gar nichts zu tun hat, daß man weder eine Demokratie von außen importieren kann und schon gar nicht mit islamistischen Kämpfern , deren politisches Programm die Einführung der Sharia ist?
Ist ihnen entgangen, daß Assad 2014 von 80 % der Bevölkerung in einer demokratischen Wahl gewählt wurde?
Ist ihnen entgangen, daß unter Assad eine aufgkärte Öffentlichkeit möglich war https://www.youtube.com/watch?v=TP3mXVRd89Y
und die Mitglieder der verschiedenen Religionen friedlich miteinader lebten ganz im Unterschied zu den “revolutionären” Bündnispartnern zum Sturz von Assad, Saudiarabien?
In ihren Statement “die Zeit ist aus den Fugen” wird angeblich nur die menschliche Situation beschrieben, von einem scheinbar rein menschlichen Standpunkt, der über allem steht insbesondere über einer politischen Analyse :

Es kann im Folgenden also nicht darum gehen, eine politische Analyse zu liefern, sondern darum, auf die desaströse humanitäre Situation hinzuweisen, wenn einige fragmentarische Berichterstattungen aufgegriffen werden:”

Diese vorgegebene Neutralität erweist sich aber als Heuchelei,

Mit Sorge blicken wir auf herrschende Autokraten in Russland oder in der Türkei. Ungünstig sind die Aussichten, ob sich die Politik der USA nicht bald hier ebenfalls einreihen wird.

Die USA werden hier als ganz harmlos hingestellt, die vielleicht in Zukunft mal zu Autokraten werden könnten, als seien nicht die USA die Hauptverantwortlichen für den illegalen verdeckten Krieg in Syren, die lange vor den Unruhen in Syrien ihre islamistischen Söldner eingeschleust haben, gemäß ihrem Plan des New Middle East Project. Und umgekehrt wird Russland , das von Asad zur Hilfe gegen diese Agression gerufen wurde, zu dem Hauptaggressor dämonisiert und mit der faschistischen Türkei auf eine Stufe gestellt, die von Anfang an in Syrien interveniert hat und die Islamisten ganz im Einklang mit der USA unterstützt hat.
Obwohl hier sehr wohl eine klare Position zu den Ursachen des Elends bezogen wird, tut man so als wäre diese selbstredend und würden Tatsachen für sich sprechen weswegen man auf eine Analyse verzichten möchte. So kann man sich gegen eine Kritik dieser Position immunisieren.
Die Schilderungen des Elends der Menschen , der Verwüstung, der ganzen humanitären Katastrophe in Aleppo dienen Ihnen als Beweis für die Greueltaten der Assad-Regierung und Russlands .
Es gäbe in Syrien keine Zerstörung und Gewalt, wenn die Nato dort nicht seit 2011 Islamisten eingeschleust hätte, um Assad zu stürzen. Wenn die ausländischen Mächte dort nicht eine völkerechtswidrige Aggression begonnen hätten, hätte Assad auch keinen Grund, Syrien dagegen zu verteidigen und gemäß dem Völkerrecht Rußland zur Hilfe zu rufen.

In allen aufgeführten Zitaten werden unbewiesene Behauptungen über Genozid und Holocaust, den die Russen und die syrische Armee begangen hätten, die in den kriegstreibenden Massenmedien kursieren,unkritisch übernommen.
Ist ihnen entgangen, daß noch jeder Aggressionsḱrieg des Westens in den vergangen Jahren mit einer Lüge begonnen wurde? https://occupyfrankfurt.net/2015/05/05/volker-steht-auf-fur-den-frieden/
Es gibt genügend Widerlegungen der zahlreichen Lügen, die den Krieg gegen Syrien rechtfertigen sollen, die NoFragida hier nachbetet.

Hier ein Auszug aus dem neuen Buch von Daniele Ganser „Illegale Kriege“ zur der Diktatorlüge: ganser4
Hier zu den Twitter Lügen
https://www.facebook.com/inthenow/videos/vb.276157035868006/729878757162496/?type=2&theater

Hierdie Entlarvung des Twitter-Mädchen Bana aus Aleppo
 https://de.sputniknews.com/politik/20161219313831189-bana-hilferufe-aus-aleppo-propaganda/

Hier die Entlarvung der Sarin Lüge
http://www.sopos.org/aufsaetze/56a0d55d9d8ac/1.phtml
http://www.counterpunch.org/2015/10/02/a-useful-prep-sheet-on-syria-for-media-propagandists/
hier die Widerlegung der Faßbombenlüge https://www.kla.tv/6858

und zur mangelnden Neutralität des zitierten “Roten Kreuzes” als auch der UN-Vertretung
https://de.sputniknews.com/politik/20161216313802241-wimmer-aleppo-berichterstattung/

Der verdeckte Krieg der Natoländer zum Sturz der Regierung Assad gilt ihnen als Revolution, als Aufstand gegen einen Diktator.

Die Prinzipien des Völkerrechts, Verzicht auf gewaltsame Einmischung von außen und Respekt der staatlichen und nationalen Souveränität sind ihnen kein Pfifferling wert. Ihre Mission , die sie als revolutionär verbrämen, besteht im völkerechtswidrigen Interventionismus.

Welche Revolution ist es, die mit illegalen Kriegen und dem Bruch des Völkerrechts operiert? Es ist die Revolution die zur globalen Weltregierung des Westens führen soll.

Wir fordern alle Menschen mit einem linken Selbstverständnis auf, sich von Islamisten zu distanzieren und klare Position gegen imperialistische Kriege zu beziehen.

Kritik an TZM – Teil2

Keine Kritik an der Ausbeutung
Im Zentrum der Ressourcenbasiert Ökonomie steht eine Kritik am Kapitalismus, die von der Ausbeutung der Arbeiter abstrahiert und stattdessen die Ressourcenverschwendung anprangert:

“Der Arbeitnehmer erfüllt für den Arbeitgeber im Tausch für “Lohn” oder Geldzahlungen Aufgaben, während der Arbeitgeber dem Konsumenten ein Gut oder eine Dienstleistung für “Profit” verkauft, welcher eine andere Art von Geldzahlung ist.
Wiederum fungieren sowohl der Arbeitgeber als auch der Arbeitnehmer als Konsumenten, da sie die jeweils erhaltenen Geldzahlungen (“Löhne” und “Profite”) für den Erwerb von Gütern und Dienstleistungen verwenden, die sie für ihr Überleben brauchen.
Der Akt des Erwerbs von Gütern und Dienstleistungen, welcher zur Rolle des Konsumenten gehört, erlaubt dem Arbeitgeber, seinen “Profit” zu machen und außerdem die Bezahlung der “Löhne” des Arbeitnehmers.
Abbildung: Geldzirkulation im KonsumkreislaufGeldspirale_01

In anderen Worten bedarf es unaufhörlichen Konsums, damit der Arbeitgeber im Geschäft bleibt und der Arbeitnehmer seinen Job behält.
Es ist nun wichtig zu verstehen, dass dieser Zahlungs- und Konsumkreislauf (oder ‘zyklische Konsum’) nicht enden darf, da sonst das gesamte Gebilde der Ökonomie zusammenbrechen würde. Denn es würde kein Geld zum Arbeitgeber fließen, der Arbeitgeber könnte es sich nicht leisten, den Arbeitnehmer zu bezahlen, und sowohl der Arbeitgeber als auch der Arbeitnehmer wären nicht in der Lage, als Konsumenten den Kreis zu schließen.
Auswirkung:
1 – Kein technisch hergestelltes Produkt darf eine längere Lebensdauer besitzen, als es braucht, die Unversehrtheit der Wirtschaft durch ‘zyklischen Konsum’ zu erhalten.
Anders gesagt muss jedes ‘Gut’ in angemessener Zeit kaputtgehen, damit die Geldzirkulation zur Versorgung der Teilnehmer an diesem Spiel (Konsument/Arbeitnehmer/Arbeitgeber) gewährt bleibt. Dieser Sachverhalt könnte mit “Geplante Überalterung” umrissen werden.”

https://zeitgeistmovement.de/wissen/ressourcenbasierte-wirtschaft/1-geldwirtschaft/

Kapitalisten beuten nicht die Arbeiter aus und Arbeiter werden nicht ausgebeutet. Davon hören wir hier nichts. Beide werden als gleichwertige Konsumenten in diesem Kreislauf des zyklischen Konsums dargestellt, die einander brauchen.
Das ist ein Rückfall hinter die Mehrwerttheorie von Karl Marx, der nachgewiesen hat, daß der Lohn, den der Arbeiter erhält nur einem geringen Teil der geleisteten Arbeit entspricht, die er zur Herstellung des Produkts benötigt. Den überschüssigen Teil seiner Arbeit ist der Mehrwert, den der Kapitalist als Profit einstreicht, da er Besitzer der Produktionsmittel und des Produkts ist. Das ist das Wesen der kapitalistischen Ausbeutung und der Grund für die permanete Bereicherung der Kapitalisten, die damit immer reicher werden, während der Arbeiter dafür kämpfen muß, wenigstens so viel ausbezahlt zu bekommen, daß er sich davon reproduzieren kann. Von dieser kapitalistischen Ausbeutung wird hier abgesehen und stattdessen die geplante Überalterung der Produkte , d.h. Ressourceverschendung als das entscheidende Übel des Kapitalismus hingestellt. Die geplante Produktion von Produkten, die schnell kaputt gehen ist eine Methode des Kapitalismus, aber kennzeichent nicht des Wesen der kapitalistischen Produktion.

Abschaffung der Politik
Dies ist die Begründung einer technokratischen Diktatur:

Die Übertragung der Entscheidungsfindung an eine maschinelle Intelligenz ist der nächste Schritt der gesellschaftlichen Evolution. …………..                          In einer Ressourcenbasierten Ökonomie treffen Menschen keine Entscheidungen, sie gelangen zu ihnen durch den Gebrauch fortschrittlicher technologischer Werkzeuge in Verbindung mit wissenschaftlicher Methodik. Es gibt keinen “republikanischen” oder “liberalen” Weg, ein Flugzeug zu konstruieren… warum sollten wir also diese veraltete Weltanschauung auf die Gesellschaft anwenden? Wenn wir erkennen, dass die Gesellschaft eine technologische Erfindung mit variablen Komponenten ist, wie es auch im Flugzeugbau variable Komponenten gibt, dann sollte unsere Orientierung an sogenannter “Regierung” rein wissenschaftlich sein. “Politik” ist überholt, denn ihre Prozesse sind zum größten Teil subjektiv und lassen sich wissenschaftlich nicht belegen. Politik ist ein Auswuchs des monetären Systems und der Knappheit. Wir müssen auf ein neues Paradigma hinarbeiten, weg von der Mangelverwaltung hin zur Erschaffung und Verteilung des Überflusses.”
https://zeitgeistmovement.de/wissen/ressourcenbasierte-wirtschaft/5-eine-ressourcenbasierte-okonomie/

Politik hat mit Menschen und deren Bedürfnissen zu tun, die subjektiv sind . Menschen sind Subjekte und damit subjektiv. Das aber ist für TZM ein Greuel.
Wenn man Politik abschafft, schafft man den freien Willen ab. Menschen sollen an der Gestaltung der Gesellschaft nicht partizipieren , geschweige denn sich gemeinschaftlich selbst bestimmen.

Abschaffung der Demokratie

Natürlich fragen viele Leute: ”Was wäre denn mit der Demokratie? Ist dieses System eine Demokratie? Wie nehme ich am System teil? Wählen wir die interdisziplinären Teams?”
In einer ressourcenbasierten globalen Wirtschaft, in der “Industrie” und “Regierung” in einem kybernisierten System zusammengefasst sind, welches fortschrittliche Computer mit Problemlösungsdatenbanken und weitreichenden planetarischen Sensoren verbindet, verlieren die traditionellen Konzepte von Politik, Wahlen und dergleichen ihre Bedeutung und ihre Grundlage. Auch wenn dieser Gedanke viele traditionsbewusste Leute erschreckt, muss wiederholt werden, dass unsere Probleme im Leben ausschließlich technischer Natur sind.
Demokratie in der heutigen Welt ist eine Illusion. Sie war es immer. Die Leute denken, dass sie in unserem gegenwärtigen System eine “Wahl” haben, weil sie einen Knopf auf einem Wahlautomaten drücken und irgendeine vorher ausgewählte Person an die Macht setzen können. Sobald diese Person einmal an der Macht ist, hat die Öffentlichkeit selbst keine Macht mehr. Wählten Sie das Weltraumprogramm? Wählten Sie die Regierung des neuen Präsidenten? Wählten Sie die Steuersenkung? Wählten Sie, wo Autobahnen oder Stromnetze hingebaut werden? Wählten Sie den Krieg im Irak? Nichts von alledem wählten sie.
Das traditionelle Konzept einer “mitbestimmenden Demokratie” ist ein grausamer Witz. Das Spiel wurde benutzt, um der Öffentlichkeit die Illusion von Kontrolle zu geben, während die verzerrten Wahrungsmächte an der Spitze fortfahren das zu tun, was immer sie auch wollen. Es gab zu keiner Zeit in keinem Land je eine wirkliche Demokratie, und es wird nie eine geben, solange das Geldsystem in Kraft ist und Knappheit aufrechterhalten wird.”
https://zeitgeistmovement.de/wissen/ressourcenbasierte-wirtschaft/5-eine-ressourcenbasierte-okonomie/

Der Mangel an Demokratie ist eine Frage der Gesellschaftsform. In der Klassengesellschaft kann es keine wirklich funktionierende Demokratie geben. TZM schließt von den Mängeln der parlamentarischen Demokratie, daß es überhaupt keine Demokratie geben kann. Bei den indigenen Völkern hat es aber sehr wohl funktioniernde Demokratien gegeben . Diese werden demnach von TZM genauso abgelehnt wie die Rätedemokratie .
Sie proklamieren also einen technokratischen Faschismus, weil die Demokratie im Kapitalismus nicht funktioniert.

Die Verteufelung des Widerstands der unterdrückten und ausgebeuteten Klasse oder die Hetze gegen den Klassenkampf von unten
https://zeitgeistmovement.de/wp-content/uploads/2013/09/TZM-Orientierungshilfe_11von20_31.081.pdf S.152

Überall auf der Welt reden die Menschen von der Notwendigkeit der Gleichheit. Die meisten gebildeten Menschen in der Welt haben keinen Respekt gegenüber Geschlechts- oder Rassenvorurteilen. Sexistisch oder rassistisch zu sein wurde zu einer tief verabscheuten Idee, auch wenn es nicht lange her ist, dass in der westlichen Welt solche kulturellen Ansichten als „normal“ angesehen wurden.

Es zeigt sich in dem Verlauf der Geschichte ein Ziel, welches
ist die Gesellschaft gleicher zu machen, was auch, per Definition, die zugrunde liegende Idee der „Demokratie“ ist. In mitten all dessen wird die am stärksten unterdrückende Form des getrennten menschlichen Leides zum größten Teil unerkannt fortgeführt. Heute unterdrücken einen nicht Rassen, Geschlechte oder Glaubensbekenntnisse – sondern die Institutionen der Klassen.

Man gehört nicht einer Klasse an, man gehört nicht zu der herrschenden oder beherrschten Klasse. Der Mensch wird als außerhalb von den Klassen gedacht .Wenn die Menschen nicht zu den Klassen gehören , werden die Klassen zu einem Konstrukt zu “Institutionen der Klassen”, zu einer Ideologie.

Es ist heute ein Thema der „Reichen“ und „Armen“.

Was die Menschen wirklich unterdrückt ist die Idelogie der Klassen. Hier wird nicht beklagt, daß es Reiche und Arme gibt. Sondern “Reiche” und “Arme” zum Thema zu machen ist Unterdrückung. Auf den Mahnwachen haben wir von den Zeitgeistlern gehört, wir reden nicht über Klassen. Es ist unfriedlich über Klassen zu reden. D.h. Die Thematisierung der Klassen ist verwerflich , wird hier als “die am stärksten unterdrückende Form des menschlichen Leidens.” verkehrt. So wird alles auf den Kopf gestellt.

Nicht die Ausbeutung und Unterdrückung durch die herrschende Klasse erzeugt Leid, sondern, wenn die ausgebeutete Klasse von Reichen redet, erzeugt sie Unterdrückung.

Genauso wie der Rassismus, diskriminieren und spalten diese ideologischen und letztendlich strukturellen Formen der Unterdrückung die menschliche Spezies auf heftige und destruktive Weise.

Von Klassen zu reden ist Diskriminierung, Spaltung , strukturelle Form der Unterdrückung , die die menschliche Spezies, die als Einheit unterstellt wird, spaltet.

Dabei wird Klassenkampf von oben und Klassenkampf von unten in einen Topf geworfen. Das ist demagogisch. Nur der Klassenkampf von oben ist strukturell. Der Klassenkampf von unten ist nicht strukturell sondern die einzige Möglichkeit, sich gegen die Angriffe auf die eigene Existenz zur Wehr zu setzen, eine bittere Notwendigkeit für die Armen.

Während die Realität der ständigen Verarmung der einen und die Bereicherung der Reichen wie ein Naturgesetz im Kapitalismus vonstatten geht , wird die Bezeichnung desselben als Klassenkampf von oben als Diskriminierung angeprangert. Die Armen hätten auch was besseres zu tun , als zu kämpfen.TZM ignoriert die ökonomische Notwendigkeit der Kämpfe und tut so als ob es ihnen darum ginge, die Reichen zu diskriminieren. Das ist Hetze gegen den Klassenkampf von unten. Das Gebot der Einheit der menschlichen Spezies läßt TZM tief in die Kiste der Verunglimpfung greifen: “Spaltung auf heftige und destruktive Weise”. Aber das reicht noch nicht.

Im weiten Kontext ist dieses Theater der multidimensionaler Kriegsführungeine Welt im Krieg mit sich selbst – komplett unnachhaltig.

So wird der Widerstands der unterdrückten und ausgebeuteten Klasse als multidimensionale Kriegsführung und komplett unnachhaltig verteufelt. Mit solchen scharfen Angriffen gegen den Klassenkampf der Arbeiterklasse befinden sie sich in guter Gesellschaft mit Faschisten.

Im Anbetracht der beschleunigenden gesellschaftlichen Probleme wird es klarer, dass das Ethos des extremen Wettbewerbs und enger Selbsterhaltung auf Kosten von Anderen – ob nun persönliche, auf Unternehmensbasis, klassenbasiert, ideologisch oder auf Staatsebene – nicht die Lösung dieser Probleme oder langanhaltenden menschlichen Wohlstand bringen wird.

Was die Unternehmen machen, was die Arbeiter machen, wird hier gleichgesetzt: Alles ist Wettbewerb, Selbsterhaltung auf Kosten anderer . Die Arbeiter, die nichts haben außer ihrer Arbeitskraft werden mit der Kapitalistenklasse ( industrielle unf Finazkapitalisten) die sich alle Produktionsmittel angeeignet haben und durch die Eigentumsordnung immer reicher werden auf eine Stufe gestellt. Die einen schwimmen in Reichtum und haben soviel Häuser, Autos, Luxus , daß sie 100 Menschenleben brauchen, um das alles ausgeben zu können.Und sie werden immer reicher und geben das viele Geld zur Aufrechterhaltung ihrer Klassenprivilegien aus in Form von Militär und Krieg und in Form von einem Heer von ideologischen Parteigängern für die Aufrechterhaltung ihrer Klassenherrschaft. Die anderen müssen sich 2 Jobs halten , wenn sie überhaupt einen haben , um einigermaßen über die Runden zu kommen, müssen immer länger arbeiten und die Sozialleistungen werden immer weiter gekürzt .

Die Leugnung dieses grundlegenden Unterschieds der Besitzenden und Eigentumslosen bedeutet, daß die Lösung bei Zeitgeist darin besteht , daran auf keinen Fall etwas grundlegend zu ändern. Sie sind im Dienst der Herrschenden unterwegs. Ihr vorgegebenes Ziel, den Hunger und den Krieg abzuschaffen, ist eine Täuschung, mit der sie gutmeinende Menschen einfangen, um diese gegen die Rebellion der Ausgebeuteten und Unterdrückten in Stellung zu bringen.

Der EU-Türkei-Deal – Von wem stammt der Merkel-Plan?

Die herrschende Klasse der westlichen vebündeten Imperialisten betreibt einen Transformationsprozess hin zu einem globalen Faschismus. Die global agierenden Konzerne unter Führung des westlichen internationalen Finanzkapitals, dessen militärischer Arm die Nato ist, transformieren die Staaten in Richtung globaler faschistischer Diktatur. ( Neue Weltordnung).

Nationalstaaten werden entweder vernichtet oder entmachtet.

Der globale Faschismus kommt nicht wie der Faschismus des 20. Jahrhunderts mit starken “Führern” (Hitler, Mussolini), sondern auf leisen Sohlen in entpersonalisierter Form. Ermächtigungsgesetze werden nicht wie früher offen verhandelt, sondern kommen in Form von Geheimverträgen , wie TTIP, die von geheimen Institutionen ausgehandelt worden waren und die nächträglich abgesegnet werden sollen. Die verantwortlichen Akteure sitzen in “Think tanks” und diversen geheimen Clubs der Elite – Trilaterale Kommission, Bilderberger und wie sie alle heißen. Man braucht detektivische Fähigkeiten, um herauszufinden, wer hinter den Kulissen die Fäden zieht.

Ein anderes Beispiel ist das EU-Türkei – Flüchtlingsabkommen, das ebenfalls von einem dieser Think tanks der Elite ausgeheckt worden ist

Fast Wort für Wort findet man das Abkommen vom April 2016 bereits im Oktober 2015 auf der Webseite der internationalen Denkfabrik namens »Europäische Stabilitätsinitiative« ESI . Seine Kernpunkte sind:

  • Deutschland bietet in den nächsten 12 Monaten 500.000 syrischen Flüchtlingen, die in türkischen Lagern registriert sind, offiziell Asyl an und transportiert diese Flüchtlinge auf geordneten Wegen nach Deutschland.
  • Im Gegenzug nimmt die Türkei sämtliche Flüchtlinge auf bzw. zurück, die Griechenland über die Ägäis erreichen.
  • Deutschland kompensiert das türkische Entgegenkommen durch Finanzhilfen und politische Unterstützung bei der Erlangung der EU-Visafreiheit im Jahr 2016.

Dieser wurde “Merkel-Plan” genannt, was nicht bedeutet -von- Merkel, was dieser Name suggerieren möchte, sondern -für- Merkel. Denn hier werden von einem übernationalen Standpunkt Ratschläge erteilt: “Why Germany must act now” oder “We propose an immediate agreement between Germany and Turkey “

Der „Merkel Plan“ wurde …von der ESI, einem internationalen Think Tank, entworfen, das von zahlreichen europäischen und amerikanischen Regierungen, NGOs und Think Tanks, wie beispielsweise der Stiftung Mercator, George Soros´ Open Society Institute, dem Rockefeller Brothers Fund und dem German Marshall Funds finanziert wird”. http://www.nachdenkseiten.de/?p=31998

Der Leiter des ESI und Verfasser des Merkel Plans, Gerald Knaus, ist Mitglied des Open Society Institute.

Die einzige Lösung des Flüchtlingsproblems – die Kriege in den betreffenden Länder Afghanistan, Syrien, Irak, Libyen usw zu beenden, wird darin ausgeschlossen. Die Forderung, einiger europäischer Politiker und der europäischen Öffentlichkeit, die Ursachen der Flüchtlingskrise zu beseitigen, wird als “Nicht-Vorschlag” d.h. als etwas jenseits aller Diskussion abklassifiziert.

On talk-shows around Europe, experts repeat the non-proposals: address the “root causes” of the crisis, “solve the situation in Syria, Libya and the Middle East”. (Merkel-Plan, S.1)

Die Forderung nach einer politischen Lösung z.B. des Syrienkonflikts wird als hilflos und wehleidig verächtlich gemacht.

the reader looks in vain for a proposal. The helplessness of elites is captured in Mogherini’s plaintive statement that “it was painful to see fences or walls built in Europe.” She concludes that only a “political solution to the conflict in Syria” will help.”(Merkel-Plan S.2)

Gegen den Aufschwung nationalistischer, fremdenfeindlicher Parteien in Europa schlägt der “Merkel-Plan” den Deal mit der Türkei vor. Dies sei die einzige Möglichkeit , das Mitgefühl für die Flüchtlinge zu bewahren.

Im Namen der Flüchtlinge soll also der Aufstieg des Faschismus in der Türkei, der Genozid an den Kurden als unabänderlich akzeptiert werden. Der Krieg der AKP- Regierung gegen die Kurden in der Türkei und Syrien, die Bombardierung ihrer Städte, die Verbrennung von Menschen, die in Kellern Schutz gesucht haben, bei lebendigem Leib , die Aufhebung der Pressefreiheit, die Abschaffung der Meinungsfreiheit, indem Menschen wegen einer kritischen Äußerung angeklagt werden, die Verurteilung von gemäßigten Jurnalisten zu jahrelanger Haft, die Aufhebung der Immunität der HDP, einer gewählten demokratischen Partei, und die Ermordung und Verfolgung von HDP- Politikern, das alles muß nach diesem Plan angeblich wegen der Flüchtlinge hingenommen werden.

Hier zeigt sich die Handschrift des globalen Faschismus, der im Gewand des Mitleids mit den Flüchtlingen daherkommt.

Es ist ein verordnetes Vertrauen zu einem faschistischen Regime, dem die Obhut über die Flüchtlinge anvertraut wird, wohl wissend, daß die AKP die eigene Bevölkerung bombardiert und die Türkei somit selbst kein sicheres Herkunftsland ist, dem die Entscheidungshoheit, wer ein legitimer Flüchtling ist und in Europa einreisen darf, übertragen wird, wohlwissend, daß die Türkei den IS unterstützt. Die Türkei erhält 6 Milliarden im Vertrauen darauf, daß dieses Geld für die Flüchtlinge eingesetzt wird, wohlwissend, daß diejenigen, die die Wahrheit sagen, daß die Türkei den IS unterstützt, mit Gefängnis bestraft werden.

Hier wird einmal mehr deutlich, wie die globale Elite die Politik unserer Regierung bestimmt,

Neben dem Auftrieb nationaler faschistischer Strömungen ( Nationalismus, Fremdenfeindlichkeit und Rassismus), die aus der Flüchtlingskrise Kapital schlagen, sind wir konfrontiert mit der globalen faschistischen Strömung, die durch das internationale Finanzkapital angetrieben wird und die Nationalstaaten zugunsten einer Weltregierung abschaffen möchte.

Für eine Befreiungsstrategie ist es existenziell, diesen Gegner , der für die vielen Kriege und die Völkerwanderungen an Flüchtlingen verantwortlich ist, ins Auge zu fassen.

Eine Solidarität mit den Flüchtlingen, die auf den Widerstand gegen die vielen Kriege, welche die Ursache der Flüchtlingskatastrophe darstellen, verzichtet, unterwirft sich den Tabuzonen, die die Kriegstreiber aufgestellt haben.

Es ist fatal, daß die Linke hierzulande das Aufziehen des globalen Faschismus ausblendet und sich nur dem Auftrieb der nationalen faschistischen Strömungen entgegenstellt. Dem liegt ein verkürzter Klassenbegriff zugrunde, der den aggressivsten, imperialistischen Kopf der herrschenden Klasse, das internationale Finanzkapital, für nicht existent betrachtet. Das zeigt, wie weit die Ideologie des globalen Faschismus schon innerhalb der Widerstandsbewegung Fuß gefaßt hat.

Die Kritik des Nationalismus ist also nicht per se eine linke Kritik, sondern kommt heute auch von einer globalen Rechten. Die Ideologie des globalen Faschismus ist antinational bzw transnational. Gern bedient sie sich auch ehemals anarchistischer Theoreme wie Horizontalismus, die im Dienste des neuen Weltstaates umfunktioniert werden, indem nicht der Staat an sich in Frage gestellt wird (nur der Nationalstaat) und man über eine neue Verfassung, d.h. über einen neuen Staat diskutiert,

Kritk an The Zeitgeist Movement (TZM) Teil 1

The Zeitgeist Movement (TZM) hat zumindest in Frankfurt die Montagsmahnwachen von Anfang an entscheidend mitgeprägt. Das „Mission Statement“ der Frankfurter Montagsmahnwache stammt von ihm. Gunnar Gast, der Hauptinitiator der Frankfurter Montagsmahnwache ist inzwischen auch beim TZM.

Das Kernstück der Maßnahmen bei TZM, die zu einer Befreiung der Menschen von Krieg und zur Lösung der Probleme des Hungers und sozialen Ungleichheit, sowie aller beim TZM aufgeführten Kritikpunkte an unserem kapitalistischen System, führen soll, ist die Abschaffung des Geldes und die Ressourcen basierte Ökonomie (RBE). Die Kritik am kapitalistischen System und die Maßnahmen, die dem Abhilfe schaffen sollen, haben nichts miteinander zu tun. Das Geld wird für alle Übel verantwortlich gemacht. Aber die Abschaffung des Geldes beseitigt nicht Ausbeutung und Krieg. Auch nach dem Zusammenbruch des Römischen Reiches wurde im Feudalismus das Geld abgeschafft. Das Resultat kennen wir. Solange die Herrschaft der ausbeutenden und kriegstreibenden Klasse , die diese Probleme verursacht, nicht in Frage gestellt wird – wird es keine Lösung dieser Probleme geben, sondern deren Herrschaft wird mit der RBE noch perfektioniert.

Von Klassen darf man aber  bei TZM nicht reden, weil das angeblich unfriedlich sei.

Die Disziplinierungsfunktion, die das Geld im Kapitalismus hat, wird nach Abschaffung des Geldes durch die Kontroll-und Disziplinierung, die der RBE innewohnt, ersetzt.
Die totale Entmündigung des Menschen in der RBE zeigt sich darin, daß die Gesellschaft nicht als gesellschaftliches Phänomen betrachtet wird, sondern als ein technisches, auf das technische Methoden angewendet werden könnten. Die ganze Gesellschaft wird als “Bio Phsycho Social System” angesehen, das technisch gesteuert werden soll, d.h. die Menschen selbst können ihre gesellschaftlichen Zusammenhänge nicht selbst bestimmen , sondern werden gesteuert von einem technischen System, das von einer Zentrale, von Experten ausgedacht und designed wurde. Alleine durch die Behandlung der Gesellschaft als technische Frage wird die Selbstbestimmung des Menschen bestritten. Entmächtigung des Menschen anstatt Ermächtugung.
Deshalb verwundert es auch nicht, daß die RBE das Projekt des westlichen Finanzkapitals (Trilaterale Kommission) ist, deren militärischer Arm die Nato ist , die mit ihren zahllosen Kriegen eine globale Weltregierung anstrebt.
Diese Form der Abschaffung des Kapitalismus (Profitegetriebene Ökonomie) und des Geldes ist das Konzept der Technocracy Bewegung, die schon sehr alt (1934) ist und heute von der Elite , der Trilateralen Kommission, welche die Architekten von NAFTA und TTIP sind, aktiv vorangetrieben wird.

Siehe dazu den Film auf youtube:
Exposing the Dark Agenda Behind the „Resource-Based Economy“https://www.youtube.com/watch?v=MxSTmcwP4QI
Das Ziel ist die Abschaffung des Kapitalismus und des Geldes zugunsten einer totalen Kontrolle der Gesellschaften mittels Technologien wie smart Grid, Internet of things, kurz einem globalen Faschismus.

Wir zitieren hier Patrick Wood, der vom kapitalistischen Standpunkt Technocracy kritisiert. In der Verteidigung des Kapitalismus stimmen wir ihm  nicht zu. Seine Kritik an Technocracy teilen wir trotzdem, weil er die Freiheit des Individuums verteidigt. Denn es gibt  eine Überwindung des Kapitalismus, die noch schlimmer ist als der Kapitalismus.
Das Venus Projekt mit Fresco, als Gründer von TZM, ist eine Abspaltung der Technocracy Bewegung und Mitglied von OPPT, eine dubiose “Widerstands-Bewegung”, die auf die Zusammenarbeit mit der Elite eingeschworen ist.

Das RBE- Konzept steht als antidemokratische Bewegung in diametralem Gegensatz zu dem, was heute ansteht:

Power to the People

Es geht heute darum, die Fremdbestimmung durch die gegenwärtige Politik, die auf kapitalistische Ausbeutung, Klassenherrschaft und Krieg basiert und uns von unseren Existenz-und Produktionsmitteln enteignet hat, zu überwinden, die Enteignung rückgängig zu machen und selbstverwaltete Betriebe, Landwirtschaft und Kommunen aufzubauen.
Ken Jebsen hat genau das in diesem Film https://www.youtube.com/watch?v=hzWpsjzbvAM#t=70 vorgeschlagen. Es ist Augenwischerei, wenn das TZM sich in seinem Flyer auf Ken Jebsen beruft.
Der Aufkärer Ken Jebsen plädiert überall für die Selbstermächtigung der Menschen, das Gegenteil von Sebstentmächtigung, wie in der RBE, wenn sie zudem freiwillig erwünscht wird, wie im TZM.

Das TZM sammelt das Widerstandspotenzial gegen die katastrophalen Auswirkungen unseres kapialistischen Systems und treibt diesen in die Bahnen der Zustimmung zu dem Projekt der Elite der neuen Weltregierung.

Die Transformation von Aufklärung in Antiaufklärung

Kritik an dem Vortrag von Elias Davidson auf einer Freidenkerkonferenz:

Mythos „Islamistischer Terrorismus“: Produktion, Vermarktung und Verwendung    ( hier als Video)

Der Titel  legt nahe, daß es den “islamistische terrorismus” in Wirklichkeit gar nicht gibt. Ein Mythos ist eine Erklärung , die nicht mit der Realität übereinstimmen muß.

Ein Mythos (maskulin, von altgriechisch μῦθος, „Laut, Wort, Rede, Erzählung, sagenhafte Geschichte, Mär“, lateinisch mythus; Plural: Mythen) ist in seiner ursprünglichen Bedeutung eine Erzählung, mit der Menschen und Kulturen ihr Welt- und Selbstverständnis zum Ausdruck bringen. ….Mythen erheben einen Anspruch auf Geltung für die von ihnen behauptete Wahrheit. Kritik an diesem Wahrheitsanspruch gibt es seit der griechischen Aufklärung ….. Für die Sophisten steht Mythos im Gegensatz zum Logos, der durch verstandesgemäße Beweise versucht, die Wahrheit seiner Behauptungen zu begründen.[2]

In einem weiteren Sinn bezeichnet Mythos auch …… einfach nur eine falsche Vorstellung oder Lüge.[4] So wird etwa das Adjektiv „mythisch“ in der Umgangssprache häufig als Synonymbegriff für „märchenhaft-vage, fabulös oder legendär“ verwendet.[5] https://de.wikipedia.org/wiki/Mythos

Die Beschuldigung von Islamistischen Terroristen als Verursacher von 9/11 ist nie bewiesen worden und diente als Begründung für den Afghanistankrieg sowie für die Serie der  Angriffskriege der Nato gegen die „Achse des Bösen“, die bis heute andauern. Dies war in der Tat ein Mythos . E.D. nimmt diesen Mythos und leugnet damit die Existenz heutiger islamistischer Terroristen nach dem Motto einmal Mythos – immer Mythos. E.D. überträgt die Unbewiesenheit der Schuld von Osama Bin Laden als Verursacher der Anschläge auf das World Trade Center auf den gesamten islamistischen Terror und erklärt damit dessen brutales Treiben im Nahen und Mittleren Osten für nicht existent. Die Gräueltaten des IS In Syrien, Irak usw sind Realität, ganz im Unterschied zu der fiktiven Beschuldigung von Osama Bin Laden.

Der Mythos des 11.Sept  wird durch diese Verlängerung zum antiaufklärerischen Dogma.

Die Statistik über die Zahl von Terroropfern ist aber kein Geheimnis. Die Zahlen belegen, dass ausserhalb von einigen Kriegszonen wie Irak, Syrien und Afghanistan, Terrorismus eine völlig unbedeutende Bedrohung für das Leben der Menschen, geschweige denn für die nationale Sicherheit eines Staates oder für den Weltfrieden, darstellt. Wo kein Krieg herrscht, läuft der Durchschnittsbürger eine, bis zu hundertmal, größere Gefahr, von einem Familienmitglied als von einem Terroristen ermordet zu werden.

Diese Aussage islamistischen Terrorismus gäbe es nur in Kriegsgebieten ist falsch, weil der Islamistische Terrorismus in ganz Nordafrika , Teilen von Rußland und Asien vorkommt. Die globale Elite hat ein großes netzwerk von islamistischen Terrorismus geschaffen, dessen Existenz hier geleugnet wird. Man kann Kriegsgebiete und islamistischen Terrorismus auch nicht trennen, weil islamistische Terroristen an Stelle von offenen Kriegen oder im Vorfeld davon eingesetzt werden, wie man in Syrien sehen konnte, wo seit 2011 islamistische Söldner eingeschleust wurden, die heute bis zum IS angewachsen sind.

2. Zweitens standen ab 1989 mehr als 10.000 arabische und islamische Militante, die einst gegen die Sowjets in Afghanistan kämpften, zur Verfügung. Sie suchten neue spendable Sponsoren, die ihre Kampffähigkeit und Brutalität gebrauchen konnten. Die Militanten waren bereit überall in der Welt im Namen des Dschihad für Geld, Sex und Drogen zu kämpfen. Sie wurden in den 90er Jahren z.B nach Bosnien, Tschetschenien, Azerbaidschan und Kosovo mit Hilfe westlicher Geheimdienste eingeschleust.

Die standen nicht zur Verfügung, sondern sind vom Westen als Fußtruppen zur Sturz der fortschrittlichen Regierung geschaffen worden. Hier wird so getan , als hätte der Westen nichts mit ihrer Existenz zu tun.

3. Drittens beruht der Mythos des islamistischen Terrorismus nicht auf einer konkreten Bedrohung, sondern ausschließlich auf der Steuerung der öffentlichen Wahrnehmung.

Es ist erstaunlich, wie hier in Punkt 2 die Realität islamistischer Terrorgruppen festgestellt und in Punkt 3 , das glatte Gegenteil behauptet wird, daß es sich nur um manipuliertes Bewußtsein handeln würde und gar keine Gefahr existiere.

Wie wurde der Mythos produziert?
Um eine Idee in einen glaubwürdigen öffentlichen Mythos umzuwandeln, muss sie zumindest ursprünglich durch eine greifbare Realität plausibel erscheinen.

Hier wird behauptet, der eigentliche Sinn, der Schaffung von terroistischen Netzwerken wäre , einen Mythos zu schaffen. Dies ist eine idealistische Verkehrung der Realität, die den Zweck der Schaffung von islamistischem Terrorismus , die Völker zu massakrieren, Staaten zu zerstören und vom Westen kontrollierte shariabasierte Regimes (Kalifate) zu errichten, leugnet.

Nur konkrete, blutige Angriffe, die glaubhaft Muslimen zugeschrieben werden, konnten die Öffentlichkeit überzeugen, dass sie sich vor einer echten Bedrohung fürchten muss.
Aber weil Muslime sich ebenso wenig wie andere Menschen ausgerechnet für Terror und für das Leben im Gefängnis begeistern, standen die Produzenten vor einem Problem.

Hier wird die kriegerische Strömung des IsIam geleugnet. Die monotheistischen Religionen besitzen alle eine kriegerische Komponente, weil sie von ihrem Wesen her absolutistisch und daher imperialistisch sind. Der Glaube, den einzige wahren Gott anzubeten, wurde schon immer mit kriegerischen Mitteln durchgesetzt. Die Verbrechen des heutigen islamistischen Terrors unterscheiden sich nicht von den christlichen Kreuzzügen und der Kolonisierung und “Missionierung” der indigenen Völker in der Vergangenheit. Diese kriegerische Komponente des Islam, die lebendiger ist als im heutigen Christentum, weil im Islam noch keine Aufklärung und Säkularisierung stattgefunden hat, wird vom Westen, auf dem Weg in ein neues dunkles Zeitalter, unterstützt, gefördert und ausgebaut. Aber bei E.D. sind alle Muslime ausnahmslos friedfertige Menschen.

Der Mythos des islamistischen Terrorismus wird durch zwei staatliche Verfahren gepflegt: Erstens durch die Inszenierung von tatsächlichen Anschlägen, die Muslimen zugeschrieben werden, und zweitens durch Versuche, junge bzw. labile Muslime dazu zu verlocken, an einer Terrorverschwörung teilzunehmen.
Die Inszenierung von blutigen Terroranschlägen ist die wirksamste Methode zur Pflege des Mythos. Solche Operationen sind aber sehr teuer, weil sie eine jahrzehntelange Vertuschung erfordern.
Zu den Terroroperationen nach 9/11, die mit Erfolg Islamisten zugeschrieben wurden, zählen der Anschlag in Dscherba in Tunesien 2002, die Anschläge in Istanbul 2003, die Anschläge auf Züge in Madrid 2004, die Anschläge auf die Londoner U-Bahn in 2005, die Anschläge in Mumbai, Indien 2008 und der Angriff auf Charlie-Hebdo in Paris in Januar diesen Jahres.

All diese Anschläge offenbaren typische Merkmale des verdeckten Staatsterrorismus. Diese Merkmale sind: (1) Keine real existierende Organisation bekannte sich  zu den Anschlägen; (2) keine glaubhaften politischen Forderungen wurden gestellt; (3) die angeblichen Täter wurden nicht von Muslimen als Helden oder Märtyrer gefeiert; (4) die betroffenen Regierungen wurden von der Bürde befreit, die Schuld der angeblichen Attentäter gerichtlich nachzuweisen, denn sie waren glücklicherweise tot; (5) die betreffenden Staaten duldeten keine öffentliche Untersuchung der Anschläge; (6) der Hauptverlierer der Anschläge war jedes Mal die muslimische Bevölkerung.

Das alles sollen staatliche Terroanschläge sein, die fälschlicherweise Islamisten zugeschrieben werden. Der einzige Anschlag, wo das wirklich nachgewiesen wurde, ist 9/11.

Man kann in Bezug auf 9/11 nicht bei einer Mythenkritik stehenbleiben wie E.D., nämlich zurückzuweisen, daß Islamisten die Türme durch zum Einsturz gebracht hätten. Die verbrecherische Ungeheuerlichkeit , des wahrscheinlichen, durch zahllose Indizien belegten Hergangs, daß die Elite mit ihren Geheimdienste selbst diesen Einsturz bewerkstelligt haben, wird damit nicht thematisiert , bzw durch die Fokussierung auf den Mythos , daß es Islamisten waren, wird davon abgelenkt.

Bei den anderen soll damit, daß diese Anschläge von Geheimdiensten gesteuert wurden, bewiesen werden, daß die Ausführenden keine Islamisten waren. Dieser falsche Gegensatz, entweder staatlich inszeniert oder islamistisch, existiert aber nicht und verrät das krampfhafte Bemühen, den Islamismus reinzuwaschen.

Die zweite Methode der Mythospflege wurde vom FBI in folgender Weise entwickelt: V-Leute werden in eine muslimische Gemeinschaft eingeschleust. Deren Auftrag besteht darin jemanden zu finden, der als ein Möchtegernterrorist „bearbeitet“ werden kann. Die Bearbeitung des Opfers kann Jahre dauern. Solche V-Leute sind üblicherweise Kleinkriminelle, die sich für eine reduzierte Gefängnisstrafe bereit erklären, dem FBI zu dienen. Der V-Mann erkauft sich die Freundschaft des Opfers durch Geschenke für seine Kinder, Hilfe für eine kranke Tante oder andere Gefälligkeiten. Der V-Mann zeigt seinem Opfer Gräuelvideos über das Verhalten von US-Soldaten gegenüber Muslimen und erzählt ihm von der Unterdrückung der Muslime durch die Ungläubigen.

Später wird das Opfer herausgefordert, ein “echter Muslim” zu sein und durch eine Racheaktion in seinem eigenen Umfeld etwas Bedeutendes zu vollbringen. Wenn sich das Opfer endlich bereit erklärt, “etwas Großes zu machen”, besorgt der V-Mann ihm Sprengstoff und bringt ihn zum Ort des Anschlages, wo die Polizei auf ihn wartet. Mit einem verdeckten Aufnahmegerät werden ihre Gespräche aufgezeichnet. Eine Auswahl der Aufzeichnungen wird dann in der Gerichtsverhandlung vorgelegt, um den fanatischen Vorsatz des Opfers zu belegen. Das FBI behauptet zwar, dass seine V-Leute niemanden zur Planung eines Anschlages anstiften, sondern nur auf Initiativen des Möchtegernterroristen reagieren. Abgesehen von der Unglaubwürdigkeit dieser Schutzbehauptung, steht fest, dass keiner der verhafteten Möchtegernterroristen in der Lage war, Anschläge ohne die Beihilfe des V-Manns zu organisieren. Der einzige Zweck solcher Operationen ist, den imperialistischen Mythos am Leben zu erhalten.

E.D. tut so als ob hinter jedem einzelnen Attentäter ein V-Mann stünde. Er malt hier ein naives Bild der staatlichen Steuerung des islamistischen Terrorismus, das die Selbständigigkeit des einzelnen Terroristen und der islamistischen Gruppen leugnet. Demnach existieren keine islamistische Organisationen die ihre Mitglieder dazu bringen, Anschläge auszuüben , es existieren auch keine Koransuren, die zum Djihad aufrufen, genausowenig , wie die salafistisch, islamistische Ideologie, mit der die Islamisten fanatisiert werden. Dies ist eine weitere,unglaubliche Verharmlosung des Islamismus, die Leugnung seiner religiösen Dimension, die Reinwaschung des kriegerischen Islam.

Viertens trägt der Mythos zur Durchsetzung imperialer Zwecke bei. Dazu zählt die Rechtfertigung von Angriffskriegen und militärischen Einsätzen überall auf der Welt, wo die besagten islamistischen Söldner sich angeblich tummeln.

Hier wird die Exitenz von islamistischen Söldnern in Ländern, die vom Westen angegriffen werden geleugnet. Islamistische Söldner sind jedoch das Instrument der Nato Staaten , um Länder von innen anzugreifen in Ergänzung zu offenen Angriffen von außen.

Allgemein ist also folgendes zu bemerken: Wenn der islamistische Terror ein Mythos, d.h. eine sagenhafte Geschichte,ein Märchen oder schlicht eine Lüge ist, sind z.B. Is, al-Nusra, FSA etc. auch nur Märchen, d.h. nicht real. Mangels realem Haupttäter gibt es dann auch niemanden, der diese Gruppen anstiftet oder ihnen hilft (Finanzierung, Propaganda, Ausrüstung), d.h. die Verursacher des Krieges werden in Schutz genommen. Da aber in Syrien höchst real gestorben wird und das ganze Land in die Steinzeit zurückgebombt wird ( Bandar-Feltman-Plan), muß es offenbar andere Täter geben. Wer das ist, soll der geneigte Leser wohl selbst ergänzen.

Die notwendige Aufklärung über den heutigen Mythos , daß der Westen gegen den islamistischen Terror kämpfen würde , eine ideologische Fassade , hinter der verborgen wird, daß er diesen selbst geschaffen hat und in Partnerschaft mit der Türkei und Saudiarabien diesen als neue Ordnungsmacht des Nahen und Mittleren Ostens aufbaut, wird hintertrieben. Stattdesen wird aus Aufklärung eine Parodie gemacht: Die Linke soll sich mit der absurden Theorie lächerlich machen, daß der islamistische Terror gar nicht existieren würde.

Psychologische Beeinflussung

Mehr noch , die ursprüngliche Aufklärung über 9/11 wird in eine Antiaufklärung transformiert, die mit Denkverboten operiert:

Große Teile der Friedensbewegung, Menschenrechtsorganisationen und Gegner des Rassismus haben den Mythos des islamistischen Terrorismus verinnerlicht. Zwar beanstanden sie Ausschreitungen im Krieg gegen den Terrorismus, bezweifeln aber nicht die Existenz der terroristischen Gefahr. Die Friedensbewegung ist daher nicht in der Lage, Politiker als Lügner zu entblößen, wenn sie den Krieg gegen Afghanistan als eine Antwort auf 9/11 darstellen. Menschenrechtsorganisationen, die den Mythos verinnerlicht haben, akzeptieren damit die Notwendigkeit der Terrorbekämpfung und die Notwendigkeit der staatlichen Überwachung.  Gegner des Rassismus können nicht Islamophobie erfolgreich bekämpfen, solange sie den Mythos des islamistischen Terrorismus akzeptieren. Diese Selbstverstümmelung beruht weitgehend auf der Verinnerlichung des Mythos.

Wenn man den islamistischen Terrorismus für real hält , steht man automatisch auf der anderen Seite und ist für staatliche Überwachung und Terrorbekämpfung. Hier wird das Verbot ausgesprochen, die Realität wahrzunehmen, daß es islamistischen Terrorismus gibt. Wenn man das tut, ist man ein psychologischer Fall , der auf Grund von verinnerlichten Mythen Parteigänger des Überwachungsstaates und Rasisst ist.

Dies ist eine gefährliche Argumentation, weil sie an das linke Gewissen appeliert ( keiner will Parteigänger des Überwachungsstaates sein) und mit Angst  operiert: „Wenn du die Existenz der terroristischen Gefahr nicht bezweifelst, hast du einen Mythos verinnerlicht“. Elias Davidson maßt sich an, in einer politischen Auseinadersetzung, die normalerwesie auf der Ebene des Verstandes abläuft, als Psychoanalytiker  aufzutreten,  indem er diese Ebene verläßt  und eine Diagnose über das Unbewußte seines Gegenübers aufstellt: Verinnerlichung eines Mythos. Wer diese Anmaßung nicht zurückweist und sich das zu Herzen nimmt, kann jetzt nicht mehr unvoreingenommen die Realität wahrnehmen. Meine linke Identität kann ich nur aufrechterhalten, wenn ich die Existenz der terroristischen Gefahr leugne. Eine Tabuzone für das freie Denken ist errichtet worden.  Man folgt einer verordneten Blindheit gegen die reale Gefahr des islamistischen Terrorismus um seine linke Identität aufrechtzuerhalten, oder um weiter die Anerkennung des „großen Theoretikers“ Elias Davidson zu genießen.

Konsequenz ist eine affirmative Haltung gegenüber dem Islamismus. Wir waren erschrocken, diese bei einer ansonsten aufklärerischen Gruppe der Arbeiterfotografie feststellen zu müssen, die Krosta.TV mit seiner Werbung für den Salafismus verteidigte.

 Die politische Praxis von Elias Davidson  ist nicht weniger antiemanzipatorisch.

Kritik an dem Blockupy Statement zur Ukraine

 

Das Blockupy-Statement zum Ukraine-Konflikt ist eine antikapitalistsich verbrämte Kumpanei mit der westlichen Politik in der Ukraine.

Blockupy: “Gegen die Logik der kapitalistischen Staatenkonkurrenz (Hervorhebung d.Verf.) um Einfluss, Ressourcen und Macht stellen wir die Perspektive einer grenzübergreifenden Solidarität von Unten.”

Es geht nicht um Staatenkonkurrenz, es geht um Hegemonie der Natostaaten, sprich der USA.

Man kann nicht auf der einen Seite gegen die Nato-Osterweiterung Position ergreifen (denn diese offensichtliche Tatsache kann auch Blockupy nicht abstreiten) und gleichzeitig von einer Konkurrenz sprechen, in der beide Seiten, Russland und die Nato, gleichen Anteil an der Aggression tragen. Es gibt nämlich keine russische Westerweiterung.

Die Nato hat mit dem EU-Assoziierungsabkommen von der Ukraine verlangt, daß sie aus der Zollunion aussteigen und auf die wirtschaftlichen Vergünstigungen verzichten soll. Es war ein Ultimatum : entweder EU oder Zollunion und kein sowohl als auch. Nachdem die Regierung Janukowitch dem nicht zugestimmt hatte, ist diese Regierung aus dem Amt geputscht worden.

Wo gibt es ein ähnlich expansionistisches Vorgehen von Rußland im Ukraine-Konflikt?

Man vermißt bei Blockupy aber jede Distanzierung von dieser Regierung.

Statt dessen wird von Paktieren geredet und die ganze Kritik bezieht sich darauf, daß da auch Faschisten beteiligt sind. Ganz so als wäre diese Regierung ganz in Ordnung, wenn nur keine Faschisten dabei wären.

Blockupy: “Die deutsche Bundesregierung und die EU spielen in der Ukraine-Krise ein falsches, verantwortungsloses und gefährliches Spiel. Sie paktieren (Hervorhebung d.Verf.) mit der Übergangsregierung in Kiew, an der Faschisten beteiligt sind. Sie billigen stillschweigend den Einsatz militärischer Gewalt dieser Regierung und faschistischer Milizen gegen Teile der Bevölkerung. “

Die Nato-Staaten paktieren nicht mit dieser Regierung, denn diese Regierung ist ihr ureigenstes Produkt.

Schon vergessen , wie die Präsidentschaftskandidaten Klitschko und Jazeniuk miteinander konkurrierten und sich die Nato aufführte, als wäre sie auf eigenem Terrain, und die faschistischen innerukrainischen Fußtruppen die gewählte Regierung aus dem Amt putschte?

Wieso war eigentlich kein russischer Kandidat bei diesem Spiel dabei, wenn es sich doch um eine Staatenkonkurrenz handelte?

Dieser Putsch war von der Nato inszeniert und die Regierung ist eine Nato-Junta

Insofern paktieren die Bundesregierung und EU nicht mit dieser Regierung und die Beteiligung von Faschisten als auch die militärische Niederschlagung jedes Widerstands ist zwangsläufig und nicht nur stillschweigend geduldet, weil das Ziel dieses Putsches faschistisch ist. Das Fernziel der Nato ist die Niederringung der Regionalmacht Russland auf dem Weg zur westlichen Weltherrschaft, auf dem der Putsch nur einen Meilenstein darstellt.

Zbigniew Brzezinki schrieb schon 1997: “Inwieweit die USA ihre globale Vormachtstellung geltend machen können, hängt aber davon ab, wie ein weltweit engagiertes Amerika mit den komplexen Machtverhältnissen auf dem eurasischen Kontinent fertig wird- und ob es dort das Aufkommen einer dominierenden, gegnerischen Macht verhindern kann” (Z.B. Die einzige Weltmacht, Amerikas Strategie der Vorherrschaft, S. 15).

Blockupy: “Wir lehnen es ab, uns auf eine der Seiten der kapitalistischen Macht zu stellen.”

Die Kritik an der Nato wird in eine Parteinahme für Rußland verkehrt. Man darf also nicht die Hegemoniepolitik beim Namen nennen, das wäre parteiisch , denn Rußland sei auch eine imperialistische Macht und man würde sich damit auf eine Seite der kapitalistischen Macht stellen. Schließlich ist man ja anarchistisch und da verbietet sich eine Parteinahme für eine kapitalistische Macht, weil unsere Kritk von unten kommt.

Hier wird ein Kritikverbot ausgesprochen, in dem eine verdummende Gleichmacherei impliziert ist : Alle imperialistischen Staaten sind gleich, welches auf eine Verharmlosung der Natoaggression hinausläuft und der vom Westen aus Legitimationszwecken initiierten Dämonisierung Russlands das Wort redet. Die Blockupy-Linken hintertreiben damit die Aufklärung über die Verursacher der Kriegstreiberei.

Wie sieht nun bei Blockupy die “grenzüberschreitende Solidarität von unten” aus ?

Die Forderung “Keine Osterweiterung von NATO und EU! “ bleibt ein Lippenbekenntnis, wenn die Putsch-Regierung als legitime Regierung anerkannt wird. Die Distanzierung von dieser fehlt jedoch genauso wie die Forderung nach Anerkennung des Referendums der Ostukrainer. Hier zeigt sich der die westliche Politik affirmierende Kern hinter der antikapitalistischen Rhetorik.

Blockupy: “Wir sind daher solidarisch mit den emanzipatorischen und antifaschistischen Kräften in allen Teilen der Ukraine, die unsere Ziele teilen, die sich gegen die wirtschaftlichen Interessen der EU und Russlands (Hervorhebung d.Verf.) sowie die Macht der Oligarchen wenden.”

Da die Ostukrainer nur gegen die Angriffe der Putschregierung aus Kiew kämpfen ( und nicht gegen Rußland, welches eben nicht angreift), kann man nach der Logik von Blockupy die Ostukrainer auch nicht unterstützen. Zynischerweise müßt man ihnen wünschen, auch von Rußland angegriffen zu werden, um von Blockupy Hilfe zu erhalten.

Blockupy: “Die Regierungen der EU, Russlands und der USA verfolgen in der Ukraine eine nationale Interessenpolitik und versuchen, in dem von ihnen geschürten Konflikt gewaltsam geostrategische (Hervorhebung d.Verf.) und wirtschaftliche Vorteile durchzusetzen. “

Die von den Mainstreammedien zum Zweck der Legitimation der westlichen Aggression erfundene Dämonisierung Rußland wird offenbar von Blockupy kritiklos übernommen. Damit fallen sie hinter die Protagonisten der neuen Friedensbewegung, wie z.B. Ken Jebsen und Dirk Müller weit zurück.

Mit der Forderung “Sofortiger Waffenstillstand!” werden die Angegriffenen und die Angreifer auf eine Stufe gestellt.

Die Ostukrainer kämpfen und setzen Waffen ein, um ihre eigene Selbstverwaltung zu gewährleisten ( übrigens ein genuin anarchistisches Programm), die ihnen von dem faschistischen Staat verweigert wird, der mit Todesschwadronen die Bevölkerung terrorisiert.

Die Verteidigung von Demokratie und Selbstbestimmung der Ostukrainer gegen die Faschisten ist nach dieser kranken Logik genauso zu verurteilen wie die faschistische Abschlachtung der Freiheitskämpfer.

Mit dieser Forderung fällt Blockupy den kämpfenden Ostukrainern in den Rücken und zeigt damit , wie weit entfernt Blockupy von einer “grenzüberschreitenden Solidarität von unten” ist.